Elb-Havel-Winkel l Ergiebige, starke Regenschauer, teilweise von Blitz und Donner begleitet, haben am Montagabend zu einer ganzen Reihe von Feuerwehreinsätzen im Elb-Havel-Winkel geführt. Zwischen 43 und 60 Liter Regen je Quadratmeter sind in kurzer Zeit in der Stadt Havelberg heruntergekommen. Damit ähnelte das Szenario dem vom 12. Juni, als ein Unwetter ausschließlich Straßen und Keller im gesamten oberen Wohngebiet unter Wasser gesetzt hatte. Das untere Stadtgebiet war an dem erwähnten Tag von Überschwemmungen verschont geblieben. „Allerdings nicht an diesem Montagabend“, berichtete der Havelberger Ortswehrleiter David Koch. „Gegen 20.30 Uhr führte uns der erste Einsatz in die Uferstraße, in der die Kanalisation es nicht mehr schaffte, die hier in kurzer Zeit zusammengelaufenen Wassermassen abfließen zu lassen.“ Um diesen Zustand zu beseitigen, musste der von der Überschwemmung betroffene Abschnitt der Uferstraße für den Verkehr kurzzeitig komplett gesperrt werden.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Aus dem gesamten oberen Stadtgebiet kamen Hilferufe nach der Feuerwehr, weil Wasser in Kellerräume eingedrungen war. Vor allem aus Wohnhäusern in den Wohngebieten. „Innerhalb von Minuten liefen bei uns mehr als zehn Einsätze auf“, so David Koch. Aus diesem Grund sah er sich veranlasst – so wie bereits am 12. Juni – weitere Unterstützung anzufordern. Die Ortswehren Garz, Nitzow und Jederitz wurden nach­alarmiert. Und auch aus der brandenburgischen Nachbargemeinde Glöwen rückten wieder Einsatzkräfte an. David Koch sprach von insgesamt 40 bis 50 Kameradinnen und Kameraden, die an dem Abend in Havelberg eingedrungenes Wasser aus Kellerräumen abpumpten. – Ein Spiegelbild des 12. Juni.

Öffentliche Einrichtungen nicht betroffen

Öffentliche Einrichtungen wie die Kindertagesstätten der Stadt waren zum Glück von den Überschwemmungen nicht betroffen. „Auch wir sind an diesem Montag einmal unbeschadet davongekommen“, erklärte, froh darüber, Yvonne Lorenz, die Einrichtungsleiterin der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) in der Neustädter Straße. Denn nach dem Unwetter am späten Nachmittag des 12. Juni und kurz darauf hatte das gesamte Kellergeschoss des Hauses gleich zweimal komplett unter Wasser gestanden.

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„Die Feuerwehren hatten allesamt wieder stundenlang zu tun“, berichtete der Havelberger Ortswehrleiter. „Wir waren als letzte Wehr gegen 0.15 Uhr wieder in unserem Gerätehaus zurück.“

Nasser Boden in der Kegelhalle

Wasser lief auch in den Vorraum der Kegelbahn im Vereinsheim des SV 90 Havelberg. Vereinsvorsitzende Sabine Pyritz war mit Wischlappen im Einsatz, um den Boden wieder zu trocknen.

Der langersehnte Regen hat auch die Feuerwehren in Schollene und Kamern auf den Plan gerufen. Die Schollener Kameraden wurden um 19.38 Uhr zum Seniorenwohnpark beordert. Die Abwasseranlage im Keller schaffte es nicht, die Regenmassen abzuleiten. Der Fahrstuhlschacht war voll gelaufen, betroffen waren auch die Wirtschaftsräume. Im Schacht wurden zwei Tauchpumpen eingesetzt. Nach anderthalb Stunden beendeten die 18 Einsatzkräfte aus Schollene den Einsatz.

Wasser in den Kellern

Die Kamernsche Wehr wurde kurz nach 20 Uhr alarmiert: Im Neubaublock in der Chausseestraße sowie im Mühlenweg und der Birkenallee stand Wasser in den Kellern. Zudem mussten die Abwasserkanäle leergepumpt werden, da die Pumpen es nicht mehr schafften. Auf der Straße nach Rehberg musste eine dicke Schlammschicht auf Höhe des Dachsberges beseitigt werden. Die zwölf Kamernschen Aktiven waren mit zwei Fahrzeugen und drei Pumpen im Einsatz, welcher nach Mitternacht beendet war. „Danach musste ich noch meinen eigenen Keller auspumpen“, berichtete Gerätewart Werner Bioletti.

Die Regenmenge im Elbe-Havel-Land fiel ganz unterschiedlich aus. In Schollene gingen 34 Liter Regen je Quadratmeter nieder, in Kamern immerhin 70, in Schönhausen 22 Liter, in Klietz nur 6 und in Scharlibbe 50 Liter.