Bürgerbewegung

Fleißige Helfer befreien Stadtpark Sandau von Wildwuchs

Ein Projekt, was sich die Mitglieder der Sandauer Bürgerbewegung auf ihre Fahnen geschrieben haben, ist die Pflege des Stadtparks. Hier fand nun wieder ein Arbeitseinsatz statt.

Von Ingo Freihorst
Nun ist dank dieser fleißigen Frauen die Pflasterfläche an der Bühne wieder sichtbar, welche vorher zugewuchert gewesen war.
Nun ist dank dieser fleißigen Frauen die Pflasterfläche an der Bühne wieder sichtbar, welche vorher zugewuchert gewesen war. Foto: Ingo Freihorst

Sandau - Der Rasenmäher von Ratsmitglied Holger Köhne verschwindet fast vollständig im hohen Gras an der Bühne im Sandauer Stadtpark. Mehrere Anläufe sind nötig, bis das rotierende Messer die Gräser zurecht gestutzt hat. Der Sandauer hat ein Handtuch um den Hals gelegt, denn bei über 30 Grad Celsius im Schatten würde der Schweiß auch ohne körperliche Betätigung in Strömen laufen.

Die hochsommerliche Hitze bot eigentlich keine gute Voraussetzung für einen Arbeitseinsatz. Dennoch hatten sich weit über 30 Sandauer zum Einsatz im Stadtpark eingefunden, welcher am Samstagvormittag beiderseits der Ortsdurchfahrt stattgefunden hatte. An manchen Stellen spendeten hohe Bäume etwas Schatten, doch sind nach dem Orkan im Oktober 2017 weite Flächen kahl – hier wachsen junge Bäume heran. Leider nicht nur jene, welche von Menschenhand angepflanzt wurden, sondern auch gefühlt hunderte stachlige Robinien.

Bäume mit Freischneider befreit

Aufgerufen hatte zum Arbeitseinsatz die Allgemeine Bürgerbewegung, welche die größte Gruppe im Sandauer Stadtparlament stellt. Vorsitzender Jörg Müller befreite mit seinem Freischneider die jungen Bäumchen vom Wildwuchs ringsum. Weitere Sandauer taten es ihm gleich, überall dröhnten die Motoren.

Die Arbeit im hohen Gras trieb leider auch ungewollte Plagegeister in die Höhe: Mücken waren wieder zahlreich vorhanden. Das hatten die Organisatoren im Vorfeld auch berücksichtigt, Mückenschutz stand ebenfalls bereit.

„Einmal jährlich müssen wir hier im Park schon mal Ordnung schaffen, sonst kommt man nicht mehr nach“, erklärte Sandra Bahlke-Frank. Sie sitzt ebenfalls für die Bewegung im Stadtrat und ist zudem stellvertretende Bürgermeisterin. Vorab war das Ordnungsamt über den Einsatz informiert worden – wegen der gesunkenen Infektionszahlen konnte die Aktion – natürlich unter Auflagen – stattfinden. So lag eine Meldeliste bereit, auch Desinfektionsmittel waren vorhanden. Aufgrund der akuten Waldbrandgefahr hatten die Organisatoren zudem an Feuerlöscher und einen Wasservorrat gedacht. Denn es sollte zum Abschluss ja auch noch gemeinsam als kleines Dankeschön gegrillt werden.

Wege freigeschnitten und geharkt

Nicht nur der Bereich um die Bühne und die jungen Bäume mussten von Wildwuchs befreit werden, gleiches geschah an den Wegen. Diese wurden zudem noch geharkt, ebenso auf der anderen Seite der Ortsdurchfahrt. Komplett grün war anfangs der gepflasterte Bereich neben der Bühne, mühsam entfernten hier mehrere Frauen in Handarbeit die wilden Triebe.

Auch die Linden am Hauptweg hatten im unteren Stammbereich wieder kräftig ausgetrieben, an einer war der Neu-Sandauer Wolfram Andres zu Gange. Er war aus Berlin an die Elbe gezogen, er wusste zwar von Havelberg, hatte den Namen Sandau vorher aber nie gehört. Es gefällt ihm in dem Städtchen, weshalb er sich auch beim Einsatz mit einbrachte. Er sei übrigens nicht der einzige Ex-Berliner im Ort, wie der amtierende Bürgermeister Wolfgang Hellwig am Rande informierte. Schon etliche wohnen in Sandau, mit dem Zug ist man von Glöwen aus rasch in der Hauptstadt.

Kritik kam unter den Helfern allerdings auch hoch: Warum denn die Stadtarbeiter nicht auch schon Hand am Park angelegt haben, wurde gefragt. Auch, weil sie lange Verstärkung durch die Fährleute hatten. Die Festwiese war zwar durch den Bauhof gemäht, mehr aber nicht. Vielleicht ist es auch hier sinnvoll, wie andernorts Pflegeobjekte an Personen oder Vereine zu übertragen. Solch Park ist doch recht arbeitsintensiv.

Der Rasenmäher von Holger Köhne ist im hohen Gras kaum zu sehen. Mehrere Anläufe sind nötig, bis die Gräser gestutzt sind.
Der Rasenmäher von Holger Köhne ist im hohen Gras kaum zu sehen. Mehrere Anläufe sind nötig, bis die Gräser gestutzt sind.
Foto: Ingo Freihorst
Der Neu-Sandauer Wolfram Andres beteiligte sich ebenfalls am Arbeitseinsatz und schnitt die Triebe der Linden weg.
Der Neu-Sandauer Wolfram Andres beteiligte sich ebenfalls am Arbeitseinsatz und schnitt die Triebe der Linden weg.
Foto: Ingo Freihorst