Schönhausen l Seit dem Sommer des Vorjahres wird an dem Schutzwall gebaut, gewonnen hatte die Ausschreibung die Firma Ostbau aus Osterburg. Der zuständige Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW hat die diversen Baustellen um Schönhausen zur besseren Übersicht nummeriert, dies hier ist „Schönhausen IV“.

In diesem Bereich hatte der Elbdeich aufgrund der Hochwasserextreme von 2002 und 2013 vor allem im Bereich der angrenzenden Gewässer Probleme mit der Standsicherheit und es gab diverse Fehlhöhen, so dass dringender Sanierungsbedarf bestand. Zuerst wurden die akutesten Bereiche saniert, berichtete Marco Schirmer, amtierender LHW-Flussbereichsleiter in Genthin. Da auch dies eine Flutschadensbeseitigung ist, wird sie zu 100 Prozent vom Staat bezahlt.

Zwei Kilometer Deich werden saniert

Fast zwei Kilometer Deich werden im Verlauf der Arbeiten normgerecht saniert. Dazu gehört landseitig auch eine Berme mit einem drei Meter breiten und asphaltierten Deichverteidigungsweg. Auf diesem kann man im Extremfall dennoch alle Stellen am Deich erreichen, was 2013 zum Beispiel in Hohengöhren nicht mehr der Fall war. Hier stand auch auf der Landseite schon das Wasser.

Der Kronenkontrollweg wird ebenfalls drei Meter breit und mit einer Asphaltdecke versehen – was sicher auch Inlineskater oder Radfahrer freuen dürfte. Im Bereich der Altgewässer werden Spundwände eingebaut, denn daneben ist wenig Platz für den Deich. Weil der Wall im Schnitt um 40 Zentimeter höher wird, muss er schließlich auch breiter werden. Da dies hier nicht möglich ist, müssen zwecks besserer Abdichtung insgesamt 2800 Quadratmeter Spundwand eingebracht werden. Die Böschung wird wasserseitig mit 6450 Kubikmetern gebrochenem Gestein und 880 Quadratmeter Gitter gegen Wühltiere gesichert.

Ein Düker musste auch mit eingebaut werden, durch ihn verläuft eine Starkstromleitung. Derzeit wird der Stützkörper mit Muttererde abgedeckt, bis zum Jahresende sollen laut Plan die Erdarbeiten beendet sein. Der Deich endet im Süden direkt am Widerlager der B 188-Brücke. Im Juni kommenden Jahres soll die Übergabe erfolgen.

Als Ausgleich für den Naturschutz wird ein Altarm der Löpsche wieder angebunden, was als separates Vorhaben erfolgt. Zudem werden Röhrichtbecken und Flachwasserbereiche wiederhergestellt sowie Hecken und eine Hartholzaue angepflanzt.