Feuerwehr

Gerätewart geht in verdienten Ruhestand

Ein Generationswechsel wurde auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Havelberg am Freitagabend vollzogen.

Von Ingo Freihorst

Havelberg l Ganze 20 Jahre lang hatte Hartmut Neumann das wichtige Amt des Gerätewartes der Stadtwehr inne. Nun ist er 65 Jahre alt und muss aus dem aktiven Dienst auscheiden. Seinen Nachfolger, Kevin Deich, hat er seit geraumer Zeit eingearbeitet – dieser hielt auf der Versammlung denn auch seinen ersten Bericht zur Technik. Diese seit in einem ihrem Alter entsprechenden guten Zustand und einsatzbereit, konstatierte der neue Gerätewart, der dieses Ehrenamt auf der Sitzung offiziell übernahm. Die Aktiven schenkten Hartmut Neumann zum Abschied seinen mit Unterschriften versehenen Helm und ein Eigenbau-Strahlrohr.

Die Wehr hatte im Vorjahr 51 Einsätze, informierte Stadtwehrleiter Ullrich Ziegler in seinem Bericht. Dazu zählten auch eine länderübergreifende Waldbrandübung bei Nitzow, eine Übung in der Bundeswehrkaserne sowie neun Brandwachen wie beim Bootskorso und dem Pferdemarkt. Ferner waren 14 Brände, darunter ein Großbrand, zu löschen. Zu technischer Hilfe wurde 26 Male ausgerückt, dabei waren allein sieben Türöffnungen, zwei Ölsperren mussten ausgelegt und in der Lehmkuhle eine Hubschrauberlandung ausgeleuchtet werden. 880 Kilogramm Ölbindemittel wurden verbraucht, davon allein 25 Säcke bei einer vier Kilometer langen Ölspur.

Unter den ärgerlichen Fehlalarmen führten allein vier zum KMG-Klinikum – Ursache war immer ein Inhalationsgerät. Hier und auch bei einem Bürger, der bei extremer Trockenheit Unkraut verbrannte, wurden Rechnungen gestellt. Größerer Schaden wurde im ELCH während dessen Schließzeit verhindert: ein Wasserschaden hatte die Brandmeldeanlage in Gang gesetzt.

Im Schnitt waren knapp neun Aktive je Einsatz dabei, 1737 Stunden kamen allein hier zusammen. Sehr unterschiedlich ist die Beteiligung der Aktiven: Diese reicht von 40 Einsätzen bis zu lediglich einem. Regelmäßig werden die Wehren aus Nitzow und Jederitz mit alarmiert, doch auch hier gibt es Probleme mit der Einsatzbereitschaft. Ausgerückt wurde auch nach Sandau, Nitzow, Kuhlhausen, Damerow, Neuwerben, Schönfeld und Klietz – und sogar ins brandenburgische Zernikow.

Unter den 38 Aktiven befinden sich immerhin zehn, welche bei der Bundeswehr ihren Dienst verrichten. Das könnte bald zu personellen Engpässen führen, denn in diesem Jahr steht eine Bataillonsübung an.

Die Reihen der aktiven Abteilung wurden zur Versammlung um sieben weitere Mitglieder verstärkt – wovon aber nur drei anwesend waren. Überhaupt ließ die Beteiligung der Aktiven zu wünschen übrig: Nicht einmal die Hälfte von ihnen war zur Jahreshauptversammlung erschienen.