Schollene l Der 10. Geburtstag des Hauses war für die beiden Mitarbeiterinnen Brigitte Röker und Susanne Ahlisch ein guter Grund, am Dienstagnachmittag die Bewohner des Mühlenberges und die Betreuer einzuladen und zusammen zu feiern. Gern gesehene Gäste waren der Stiftungsratsvorsitzende des Rehabilitationszentrums Berlin/Ost, Helmut Siebert, sowie sein Vorgänger Klaus Peter Becker und auch die Geschäftsführerin Annette Helbig. Sie saßen in der Menge und genossen die Freude, die die Geburtstagsgäste an der afrikanischen Trommelmusik von Gästen aus Kamerun hatten. Die beiden Herren sind stolz auf ihr „Schollener Baby“. Vor 20 Jahren war die Idee geboren worden, in der Seegemeinde zu investieren. Bürgermeister Hasso Gäde war ihnen ein guter Partner. Auf dem Mühlenberg entstanden die Gebäude, in die 1998 die Menschen mit Behinderungen eingezogen sind. „Schollene ist beispielgebend, wie Arbeit mit Menschen mit Behinderungen funktionieren kann“, ist Helmut Siebert stolz. „Das Schöne: Die Einrichtung entwickelt sich stets weiter und neue Ideen fließen ein.“ Eine davon ist das Therapiehaus. Montags bis freitags sind hier zwischen sechs und neun Personen anwesend, die unter Anleitung nicht nur kreativ beim Töpfern, Korbflechten, Schnitzen oder Filzen tätig sind, sondern sich auch um die Tiere kümmern: Vier Alpakas, zwei Laufenten, ein Hase und Hauskatze Susi werden von den Menschen mit Behinderungen versorgt, auch am Wochenende. Für das zuverlässige Kümmern um die Tiere dankte die GIW-Leiterin Kathleen Stahlberg den beiden Bewohnern Herrn Hansen und Herrn Bonitz.

Klaus Peter Becker fühlt sich wohl im Kreise der Schollener. „Als das Wort Inklusion noch gar nicht in Gebrauch war, wurde diese Integration hier schon gelebt – fantastisch.“ Und Helmut Siebert bestätigt: „Wir in Berlin lernen von Schollene. Die tiergestützte Therapie funktioniert hier im Haus am Wall so gut, dass wir jetzt ein Projekt in Berlin mit Pferden starten. Dabei greifen wir auf die Erfahrungen aus Schollene zurück.“ Beide richten ein großes Lob an die Mitarbeiter. „Alle sind mit Herzblut dabei. Deshalb haben wir auch so langjährige engagierte Mitarbeiter und auch die Plätze in allen Bereichen sind belegt.“ Dass die Akzeptanz in der Gemeinde so groß ist, sei ein wichtiger Faktor für das gute Funktionieren, „hier hat man wirklich das Gefühl von Miteinander.“

Geburtstagsmusik gab es nicht nur aus Kamerun, sondern auch Musikschüler aus Rathenow unterhielten die Gäste.

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