Havelberg l „Wer kann denn ein Weihnachtslied singen?“, fragt Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski in die Runde, als er kurz vorm Mittag im Evangelischen Seniorenzentrum mehrere Seniorinnen und Senioren an Tischen sitzend antrifft. Das richtige Stichwort für Hildegard Ziesemann. Sie stimmt „Oh Tannenbaum“ an und alle singen mit. Es ist seit vielen Jahren Tradition, dass der Bürgermeister am Heiligen Abend die Bewohner der Altenheime in der Hansestadt besucht. Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Evelin Bullwan, und leitenden Mitarbeitern der Heime geht er von Zimmer zu Zimmer und in die Wohnbereiche und nimmt sich Zeit für einen Plausch.

Hildegard Ziesemann ist froh gelaunt, singt ein fröhliches Lied und fordert den Bürgermeister zu einem kleinen Tänzchen auf. Unter dem Beifall von Bewohnern und Mitarbeitern drehen sie ihre Runden. „Frau Ziesemann sorgt immer für gute Stimmung hier“, sagt Pflegedienstleiterin Mandy Müller, die mit der Gerontopsychiatrischen Fachkraft Peggy Lieberenz die Gäste bei ihrem Rundgang begleitet.

74 Bewohner werden derzeit im Seniorenzentrum betreut. Für den Nachmittag des Heiligen Abend ist eine Christvesper vorbereitet, die die Betreuungsassistentinnen Petra Kuropka, Mandy Schäler, Rena Sander und Kerstin Neumann auf den Stationen gestalten. Gemütliches Kaffeetrinken schließt sich an und auch der Weihnachtsmann (im Kostüm steckt Mandy Schäler) schaut vorbei und bringt kleine Geschenke. Am Abend gibt‘s Kartoffelsalat mit Würstchen, am ersten Weihnachtstag Ente mit Rotkohl. 16 Mitarbeiter sind an den Feiertagen im Dienst.

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Auf die traditionellen Speisen zu Weihnachten freuen sich auch die Bewohner des Seniorenwohnparks „Am Camps“. Dort hatte der Rundgang am Morgen begonnen. In den Wohnbereichen begrüßen die Bewohner die Gäste und singen ebenfalls Weihnachtslieder mit ihnen. Mit Einrichtungsleiterin Andrea Frommke geht‘s zudem von Zimmer zu Zimmer.

Am Camps sind aktuell 65 Senioren zu Hause, die von 50 Mitarbeitern betreut werden. Die Leiterin spricht allen Mitarbeitern ein großes Lob aus. „Wir sind ein gutes Team“, sagt Andrea Frommke. Zu Neuigkeiten befragt, berichtet sie, dass in diesem Jahr an den Wänden aller Flure ein Rammschutz angebracht wurde. Teilweise wurde neu tapeziert. Mit Blick auf das neue Jahr erzählt sie von der Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und der Förderschule „Am Lindenweg“, die die Integration von Schülern der Schule in den ersten Arbeitsmarkt zum Ziel hat. Gern würde sie auch einen ambulanten Dienst mit Tagespflege am Camps anbieten. Doch angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt im Pflegebereich ist dieses Ziel nicht so einfach umsetzbar.