Anbau

Julianenhof wird wieder Baustelle

Das Havelberger DRK-Wohnheim „Julianenhof“ stößt an die Grenzen seiner Kapazität. Alle verfügbaren 50 Plätze sind belegt.

Von Dieter Haase

Havelberg l „Nicht zuletzt aus diesem Grund freuen wir uns, dass für unser Julianenhaus ein Anbau im Gespräch ist“, war von Ingrid Querner, stellvertretende Leiterin des „Julianenhofes“, zu erfahren. Die Planungen für diese Baumaßnahme werden bereits in einem Havelberger Planungsbüro erarbeitet. Möglicherweise beginnt bereits im kommenden Jahr die Verwirklichung.

Etwas Auffrischung soll auch das kleinste der drei Wohnhäuser im Julianenhof, das Wichtelhaus, erhalten. Vorgesehen ist, einige Räume in diesem Gebäude für die Physiotherapie der Heimbewohner zu nutzen.

Für 2016 stehen aber auch noch weitere Maßnahmen im Plan. „Die Bauerei hört auf einem solch großen Gelände wie dem unseren ja bekanntlich nie auf. Da gibt es immer was zu tun“, machte Ingrid Querner deutlich. So soll nach dem schon vor längerem fertiggestellten Hauptweg nun die Erneuerung der Befestigung auf anderen Wegen fortgesetzt werden. „Teilweise ist die Pflasterung so alt wie der Julianenhof selbst, stammt noch aus dem Jahr 1936“, berichtete die stellvertretende Heimleiterin.

Schließlich soll sich im kommenden Jahr auch noch ein Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfüllen, die mit dem privaten Pkw zur Arbeit kommen. So sollen sie das Auto künftig zumindest überdacht – und damit einigermaßen geschützt vor der Witterung – abstellen können. Bisher gibt es eine solche Möglichkeit nicht.

Alle 50 Heimbewohner – 15 Kinder und Jugendliche sowie 35 im Erwachsenenalter – sind schwerst- und mehrfach behindert, sowohl geistig als auch körperlich. Das Pflegepersonal ist für sie 24 Stunden am Tag vor Ort. „Dazu zählen Erzieher, Heilerziehungspfleger, Krankenschwestern und Altenpfleger/innen“, berichtete Ingrid Querner. Bei den Bewohnern recht beliebt sind aber auch die technischen Kräfte, die jungen Leute, die im Heim ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren und die Mitarbeiterinnen der Verwaltung. Hinzu gesellen sich noch Ergotherapeuten und Physiotherapeuten. Letztere allerdings gehören nicht zum Personal des Julianenhofes, sondern kommen von außerhalb.

Nicht zu vergessen ist, dass die Einrichtung noch über eine eigene Wäscherei und eine eigene Küche verfügt. Diese versorgt in Havelberg auch die Förderschule „Am Lindenweg“ an Unterrichtstagen täglich mit einer warmen Mahlzeit.

Am Montag hatte sich wieder einmal Besuch auf dem Julianenhof angesagt. Die Linken-Politikerin Helga Paschke aus Klietz schaute sich hier um. Übrigens zum letzten Mal als Mitglied des Landtages Sachsen-Anhalt. Für die nächste Wahlperiode werde sie nicht mehr kandidieren, sagte sie. Auf Kreis- und Gemeindeebene wolle sie aber auch weiterhin politisch aktiv bleiben.