Neuermark-Lübars l Erst hatte sich der Betrieb, der aus der LPG hervorgegangen war, von der Milchviehhaltung getrennt und nur noch Bullen gehalten – 450 Stück in den vier Ställen am Ortsrand. Diese Anzahl bereits heruntergefahren, werden auch die noch 210 verbliebenen Bullen bis Ende August abgeschafft. Die Ställe und die Lagerhalle bleiben aber nicht ganz ungenutzt – Solaranlagen sollen als Standbein Einnahmen sichern. Denn in den zurückliegenden beiden Dürrejahren gab es die nur mäßig. „Und die nächste Katastrophe bahnt sich schon wieder an“, blickt Geschäftsführerin Antje Wilke besorgt auf die Äcker. Bis auf die zwei verschwindend geringen Liter Niederschlag am Ostermontag gab es schon Wochen keinen ergiebigen Regen, der auch nicht in Aussicht ist.

Auch wenn viele der Böden in Elbnähe schwer sind, so sind auch hier beim Roggen die ersten Trockenschäden sichtbar. Dazu kommt der Stress für die Pflanzen mit warmen sonnigen Tagen und sehr kalten Nächten. Von den 78 im Herbst angebauten Hektarn Raps sind 32 umgebrochen worden, weil die Trockenheit und dazu der Erdfloh großen Schaden an den jungen Pflanzen angerichtet hatten. Auf diesen Flächen soll auch Mais wachsen, den die Genossenschaft in den nächsten Tagen drillt.

„Aber wann der aufgeht, wenn es nicht ergiebig regnet, ist fraglich. Auch die aufgebrachten Düngemittel erreichen die Wurzeln der Pflanzen nicht und erzielen bisher keine Wirkung“, macht sich die Geschäftsführerin Sorgen um die Ernte 2020. Rund 900 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche hat der Betrieb mit sechs Angestellten. Das, was auf den Wiesen wächst, wurde bislang als Grassilage für die Bullen genutzt – das kann dann an die weniger werdenden Betriebe verkauft werden, die noch Rinder halten.