Schönhausen l  Es ist niemand mehr da, der die Türen für die Besucher aufschließt. Denn die Maßnahme 58+, über die in den zurückliegenden drei Jahren, seit Juli 2016, Dieter Podschuweit und Regina Köbke Touristen begrüßt und beim Gang durch das Museum beaufsichtigt haben, ist vom 1. Juli an nicht verlängert worden.

„Das ist äußerst bedauerlich! Aber von heute auf morgen wird sich wohl keine Lösung finden“, sagt Dr. Andrea Hopp, die die Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen leitet. Sie und auch Museumspädagogin Katja Gosdek bleiben vor Ort, können aber, zuständig für und eingedeckt mit anderen Aufgaben, nicht auf unabsehbare Zeit für die Absicherung der Öffnungszeiten einspringen. Dafür ist laut Kooperationsvertrag, der seit 2007 zwischen Stiftung, Land, Landkreis und Gemeinde bis Ende kommenden Jahres besteht, die Gemeinde Schönhausen verantwortlich. In all den Jahren, in denen das Museum besteht, waren stets Personen über den zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt. Die Zahl der bewilligten Stellen schrumpfte mehr und mehr. Von anfangs zehn Mitarbeitern waren es zuletzt nur noch zwei. Mit Honorarkräften – ehemaligen Mitarbeitern – werden Führungen von angemeldeten Gruppen auch jetzt noch abgedeckt. Dennoch waren die Öffnungszeiten stets beschränkt.

„Dass wir nun ganz schließen müssen, ist sehr traurig.“ Andrea Hopp hatte, als sich das Ende der Vertragszeit zum 1. Juli anbahnte und immer noch keine Verlängerung bestätigt wurde, bei der Gemeinde Alarm geschlagen und auch selbst beim Landkreis nachgefragt. Der negative Bescheid von dort traf letzte Woche ein.

Bürgermeister ist ratlos

Jürgen Mund, amtierender Schönhauser Bürgermeister, war gestern ratlos, als er von der bevorstehenden Schließung erfuhr. „Das war nicht vorhersehbar! Guter Rat ist nun teuer.“ Nachfragen bei der Verbandsgemeinde ergaben, dass alle Anträge rechtzeitig gestellt worden sind. „Bei der zuständigen Mitarbeiterin beim Landkreis habe ich erfahren, dass kein Geld für dieses Projekt da ist und das auch bis 2020 unwiderruflich so ist. Nun werden wir mit dem neuen Gemeinderat in der kommenden Woche besprechen, was wir machen können. Die Stellen selbst vielleicht über Mini-Jobs zu finanzieren, kommt für unsere Gemeinde, die in Konsolidierung ist, wohl nicht in Frage. Aber wir müssen unbedingt eine Lösung finden, damit Museum und Touristinfo möglichst bald wieder öffnen.“

Von der zuständigen Stelle beim Landkreis Stendal war am Montag nicht zu erfahren, warum für dieses Projekt kein Geld mehr zur Verfügung steht.