Kein durchkommen

Für Bundeswehr-Boote: Klietzer See wird gemäht und von Hornkraut und Wasserpest befreit

15 Hektar Klietzer See werden gemäht, weil die Wasserpflanzen derart gewachsen sind, dass die Bundeswehrboote kaum durchkommen – die Pflanzen verfangen sich im Motor.

Von Anke Schleunser-Reinfeldt
Wolfgang Rost vom Bundesforstamt und Kommandeur Oberstleutnant Roman Jähnel machen sich ein Bild vom Mähen des Klietzer Sees. Links ist das Mähboot zu sehen, rechts das Boot, das die abgeschnittenen Pflanzen einsammelt.
Wolfgang Rost vom Bundesforstamt und Kommandeur Oberstleutnant Roman Jähnel machen sich ein Bild vom Mähen des Klietzer Sees. Links ist das Mähboot zu sehen, rechts das Boot, das die abgeschnittenen Pflanzen einsammelt. Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt

Klietz - „Das war’s!“ Der Bootsführer schüttelt den Kopf. „Keine Chance, weiter zu fahren!“ Eigentlich sollte das Schlauchboot die Vertreter von Bundeswehr, Bundesforst und Presse bis zur Badestelle bringen. Zu viele Pflanzen sind fast bis zur Wasseroberfläche gewachsen und bilden ein undurchdringliches Hindernis.

Damit die Bootsführer-Ausbildung, die viermal pro Jahr bei der Bundeswehr in Klietz für Soldaten aus ganz Deutschland stattfindet, möglich ist, muss der See gemäht werden. Seit nunmehr fünf Jahren schon ist das nötig, mit einem Jahr Pause nun schon zum vierten Mal. Möglicherweise durch den Nährstoffeintrag zur Flut 2013 breiten sich Wasserpest und Hornkraut immer weiter aus, dieses Jahr wegen des langen kalten Frühlings und der intensiven Sonneneinstrahlung besonders stark.

Nur die Fahrrinne wird gemäht

Aber nicht der ganze See, 33,5 Hektar groß, kann gemäht werden. Lediglich die Fahrrinne und auch die Wendestelle an der Badestelle im Ort. Diese 15,13 Hektar sind genau abgesteckt – das hatten vor Beginn der Mahd Vertreter der Stendaler Ingenieurbüros Geologie und Analytik GmbH (IHU) als baubegleitendes Institutes übernommen. Wichtig: Möglichst nicht in Mitleidenschaft gezogen werden soll die unter Schutz stehende Krebsschere, die sowohl in Deutschland als auch in Sachsen-Anhalt als gefährdet eingestuft ist, und die durch die Aufnahme von Nährstoffen zur Verbesserung der Wasserqualität des Gewässers beiträgt.

Eine Firma aus Winsen-Luhr in Niedersachsen ist mit einem Mähboot und zwei Sammelbooten im Einsatz, fährt Meter um Meter und schneidet die Pflanzen etwa 20 Zentimeter über dem Boden ab. Bis Ende kommender Woche haben sie noch zu tun, bis die 15 Hektar geschafft sind. Rund 150 Tonnen Pflanzmaterial werden dann aus dem See geholt sein. An den vier Entnahmestellen am Seeufer bleibt das Kraut etwa eine Woche liegen, trocknet ab und kann entsorgt werden.

Entschlammen wird vorbereitet

Wolfgang Rost vom hiesigen Bundesforstbetrieb berichtet, dass die Vorbereitung auf die geplante Entschlammung des Sees weiter läuft. Denn das ist die einzige Möglichkeit, um den Verlandungsprozess des Klietzer Sees zu verlangsamen. Derzeit werde geprüft, wo die Absatzbecken für den Schlamm angelegt werden können. Denn das abgesaugte Material muss gelagert werden. Sollte es nicht belastet und frei von Gefahrstoffen sein, kann es für Baumaßnahmen auf dem Platz verwendet werden, berichtet der Kommandeur Oberstleutnant Roman Jähnel. Aber wann das sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Wolfgang Rost geht davon aus, dass mindestens auch kommendes Jahr wieder gemäht werden muss.

Wolfgang Rost vom Bundesforstamt und die für die Bauüberwachung zuständige Carolin Judek von einem  Stendaler Institut schauen sich den Haufen an einer Entnahmestelle an.  Hier türmen sich Hornkraut und Wasserpest auf.
Wolfgang Rost vom Bundesforstamt und die für die Bauüberwachung zuständige Carolin Judek von einem Stendaler Institut schauen sich den Haufen an einer Entnahmestelle an. Hier türmen sich Hornkraut und Wasserpest auf.
Foto: Anke Reinfeldt