Kamern l Im Mai 2018 hatte Daniela Poley den Kiosk am Kamernschen Badestrand übernommen und diesen um eine Verkaufsstelle erweitert. Denn im Herbst 2017 hatte die Konsumkaufhalle im Ort ihre Pforten geschlossen – der Umsatz habe einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr zugelassen, hieß es als Begründung.

Eigentlich rechnet sich auch die kleine Verkaufstelle am See mehr schlecht als recht. Das Geld, von dem auch noch ein Kredit getilgt werden muss, wird eigentlich mehr im Sommer während der Badesaison im Kiosk und in der Gaststätte verdient. Die dritte Säule ist die Versorgung der Freien Schule. Doch weil die Schule seit einiger Zeit geschlossen ist, gibt es seitdem auch nichts mehr zu kochen. Dafür wird die Verkaufsstelle jetzt mehr frequentiert, das ist wenigstens ein kleiner Ausgleich.

Mundschutz schützt vor Viren

„Am besten gehen in diesen Tagen natürlich Lebensmittel, aber auch Zigaretten werden mehr nachgefragt“, berichten die drei jungen Männer, die sich hier gerade zum Schichtwechsel treffen. Lukas Klammer, der älteste Sohn der Inhaberin, steht an der Kasse hinter einer großen Plexiglasscheibe, zudem schützt er sich mit Mundschutz und Handschuhen vor möglichen Viren. Die Scheibe wurde in Eigenregie an der Decke befestigt. Dem Schutz der Verkäufer dient natürlich auch die Möglichkeit der Kartenzahlung.

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Felix Breitmeier kommt gerade mit einem Arm voller Sanitärreiniger aus dem Lager. Er räumt die Regale ein – denn es kam gerade eine Warenlieferung. Mit beim Trio dabei ist zudem Manuel Albrecht, der Bruder der Inhaberin.

Die einheimische Wirtschaft unterstützen

Wie in anderen Geschäften gab es auch hier in Kamern seit einigen Tagen Engpässe bei Toilettenpapier und Nudeln. Doch mit der neuen Lieferung sind diese Bestände – vorerst jedenfalls – erst einmal wieder aufgefüllt. Zweimal die Woche wird die Verkaufstelle beliefert. Natürlich kann man hier nicht in solchen Mengen ordern wie die großen Handelsketten, weshalb so mancher Artikel auch mal wieder schnell vergriffen sein kann. Vor allem sind es Kunden aus Kamern, welche die Einkaufsmöglichkeit nutzen. Aber auch aus Wulkau, Rehberg und Garz kamen schon Käufer, berichtet Daniela Poley auf Nachfrage am Telefon. Auch der Pflegedienst käuft hier für seine Patienten ein. Vertreten sind unter den Kunden alle Altersklassen. Einer kam auch schon mit Mundschutz.

Kundin Ingrid Henke kauft oft hier ein: „Man muss doch die heimische Wirtschaft unterstützen“, so ihr Motiv. Es werde sicherlich länger dauern, bis die Gewerbetreibenden sich von der staatlich verordneten Pandemie-Zwangspause erholen werden.

Das befürchten auch die drei jungen Männer. Denn ob die Gaststätte im Sommer zur Badesaison wieder öffnen kann, ist derzeit noch vollkommen unklar. Das hängt davon ab, wie sich die Pandemie entwickelt. Jetzt gab es erste Informationen, dass womöglich wieder ein Außer-Haus-Verkauf von Eis möglich wäre.

Auch Lieferservice wird angeboten

Beliefern lassen können sich die Kamernschen übrigens schon jetzt mit Waren aus dem Konsum. „Wir müssen schauen, wie es weitergeht“, blickt Daniela Poley in eine für alle noch ungewisse Zukunft.