Testzentrum

Kostenlose Corona-Tests im Havelberger Ratskeller

Von Dieter Haase
Diplommediziner Günter Kotzauer führt das Teststäbchen in die Nase des Nitzowers Werner Biedler ein. Dieser muss danach dann noch 15 Minuten auf das Ergebnis warten. Foto: Dieter Haase

Havelberg

Nun ist es endlich auch in der Domstadt geschafft: Im ehemaligen Ratskeller des Rathauses hat am Montag ein Corona-Schnelltestzentrum seine Arbeit aufgenommen. Möglich gemacht hat das das gemeinsame Engagement der Stadt Havelberg, namentlich von Bürgermeister Bernd Poloski, und der Havel-Apotheke, namentlich von deren Inhaber Gerald Friedl.

Telefon klingelt fast im Minutentakt

Der Auftakt ist noch etwas ruhig verlaufen. Denn Anmeldungen für die Schnelltests waren erst ab der Öffnungszeit um 9 Uhr möglich. Zumindest für Helferin Sigrid Hellwig - sie sicherte gemeinsam mit Ursula Rensmann, Diplommediziner Günter Kotzauer und Gerald Friedl den ersten Tag im Testzentrum ab - ging es dabei nicht ganz so ruhig ab. Denn fast im Minutentakt klingelte bei ihr das Telefon. Frauen und Männer fragten nach Terminen für eine Testung. „Heute ist es sogar noch möglich, kurzfristige Wunschtermine entgegenzunehmen“, ist zu erfahren. „Was sich in den nächsten Tagen dann aber ganz bestimmt ändern dürfte.“ Schon am Montag füllte sich der Terminkalender immer mehr, für den Mittwochnachmittag zum Beispiel ist kaum noch etwas frei. Mit etwas Glück kann ein Einzelner, der es ganz eilig hat, aber auch noch dazwischengeschoben werden. Denn die Termine werden im Zehn-Minuten-Takt vergeben, und es stehen bei großem Andrang zwei Testplätze zur Verfügung.

Ab nächster Woche an jedem Werktag geöffnet

„Schon in der vergangenen Woche hat es zahlreiche Anfragen von Bürgern bei mir in der Apotheke gegeben. Ich musste diese dann aber auf die Terminvergabe ab 3. Mai vertrösten, denn alle Interessenten sollen die gleichen fairen Bedingungen vorfinden“, so Gerald Friedl. Er verweist in dem Zusammenhang noch einmal darauf, dass das Reservierungstelefon nur zu den Öffnungszeiten des Testzentrums frei geschaltet ist. In dieser Woche noch einmal am Mittwoch von 13 bis 17 Uhr und am Freitag von 9 bis 13 Uhr. „Ab 10. Mai werden wir hier im Ratskeller dann montags, mittwochs und freitags jeweils von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags jeweils von 13 bis 17 Uhr Testungen vornehmen“, kündigt Gerald Friedl an. Denn dann stehen - nach der vorgeschriebenen Corona-Impfung für sie - mehr Helfer zur Verfügung. Insgesamt haben sich 17 Frauen und Männer für die Mitarbeit im Testzentrum bereiterklärt. Terminvergaben erfolgen übrigens unter der Rufnummer 0152/26295749.

Ab einem Alter von 7 Jahren wird getestet

Wichtig zu wissen ist, dass der Einlass nur mit einem Mund-Nasen-Schutz - eine medizinische oder eine FFP 2 Maske - gewährt wird. Außerdem muss zum Test ein amtliches Ausweisdokument mitgebracht werden. Wie der Personalausweis oder Reisepass. Auf Wunsch der Eltern werden auch Kinder und Jugendliche im Ratskeller getestet. Voraussetzung: Das Mindestalter muss 7 Jahre betragen. Das Kind sollte in Begleitung eines Erziehungsberechtigten zum Test erscheinen.

Friseurbesuch erfordert ein negatives Testergebnis

Der Großteil der Anrufer und Besucher des Testzentrums am Montag benötigte den Nachweis über ein negatives Testergebnis für einen Friseurbesuch. So zum Beispiel Werner Biedler aus Nitzow. „Ich muss morgen zum Friseur, da ist das hier jetzt die beste Gelegenheit“, fand er. Denn das Testergebnis, das jeder schriftlich mitbekommt, hat eine Gültigkeit von 24 Stunden. Für Werner Biedler war es der erste Corona-Schnelltest überhaupt. „So unangenehm, wie manche das beschreiben, ist es gar nicht“, lautete sein Urteil. Das Wichtigste aber sei, dass sich jeder, der es möchte, in jeder Woche einmal kostenlos im Ratskeller testen lassen kann. „Das gibt doch ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe, wenn man weiß, dass das Ergebnis negativ ausgefallen ist.“ Bei Werner Biedler war es das.

Das Positive sind die negativen Ergebnisse

„Das Positive sind alle negativen Testergebnisse“, freute sich Ursula Rensmann über den Stand an Montag Mittag. Was aber, wenn ein Test einmal positiv ausfällt? „Dann bekommt derjenige, den das betrifft, ein Informationsblatt mit nach Hause, auf dem alle Maßnahmen festgeschrieben sind, die die Frau oder der Mann sofort umzusetzen hat. Angefangen von der häuslichen Quarantäne bis hin zu einem Anruf im zuständigen Gesundheitszentrum, das dann weitere Entscheidungen trifft“, erläutert Gerald Friedl.

Besser, als zu Hause herumzusitzen

Sigrid Hellwig und Ursula Rensmann sind gerne Helferinnen im Ratskeller. „Was nützt es, zu Hause auf das Ende der Pandemie zu warten, wenn man dieses Ziel hier aktiv unterstützen kann“, erklären beide.

Der Havelberger Frank Dreilich füllt sein Anmelde- und Testformular aus.
Foto: Dieter Haase
Ursula Rensmann (links) aus Warnau und Sigrid Hellwig aus Sandau verrichteten am ersten Öffnungstag Dienst im Testzentrum im Ratskeller.
Foto: Dieter Haase