Schönhausen l Wo einst Wäsche angenommen und Tischdecken verkauft worden sind, liegen nun Pinsel, Farbtuben und Mischpaletten in den Regalen. Und auf den beiden großen Tischplatten sind die ersten Spuren kreativer Arbeit zu sehen.

Nein, eine Schnapsidee war es nicht, in Schönhausen eine Kreativwerkstatt zu eröffnen. „Schon vor 20 Jahren sagte ich mir: Wenn ich mal zurück nach Schönhausen komme, dann richte ich ein Kunsthaus ein!“ Diesen Traum hat Heike Buchholz nun verwirklicht. An der Fassade der ehemaligen Wäscheannahmestelle in der Beethovenstraße, in der es auch Kurzwaren gab, prangt nun das Schild „Kreativwerkstatt“.

Etliche Ausstellungen

Heike Buchholz, aufgewachsen in Schönhausen, hat nach der Ausbildung in Berlin gelebt und als Sozialpädagogin mit Kindern und Erwachsenen gearbeitet. Ganz klassisch „der Liebe wegen“ kam sie 2006 zurück in die Heimat. Seit 30 Jahren belegt die heute xx-Jährige Kunstkurse, in den 90er Jahren waren diese vor allem im Theaterbereich, seit 25 Jahren widmet sie sich der Malerei. Ihre Bilder sind zum einen den Werken großer Maler nachempfunden, zum anderen entstehen sie ganz frei. „Ich gehe auch mal mit dem Skizzenblock runter an die Elbe oder durch den Havelberger Dom. Und wenn ich auf Reisen bin, lasse ich kaum eine Kirche aus.“ Gut, dass auch ihr Lebensgefährte Hagen Siedler als Restaurator (so manchen Objektes in der Schönhauser Kirche) an Kunstgeschichte interessiert ist. Er zimmert auch die passenden Rahmen für die Bilder. Die hat die Schönhauserin schon auf zahlreichen Ausstellungen der Öffentlichkeit gezeigt. In Schönhausen beispielsweise 2015 in der Tierarztpraxis, außerdem in der D 8 und im Bilderbuchcafé in Havelberg oder der Sparkasse in Tangermünde.

Tatkräftiger Umbau

Zusammen mit Hagen Siedler hat Heike Buchholz zwei Kinder – Magdalena und Amalia. Der Tischlermeister war es auch, der ihr bei der Verwirklichung des Traumes zur Seite stand und tatkräftig half. Denn aus den Verkaufsräumen musste erst einmal eine „Werkstatt“ werden. Wände wurden entfernt, Leitungen verlegt, Schönheitsreparaturen vorgenommen, Regale gebaut, ein schöner alter Kaminofen aufgestellt.

Das Ergebnis konnten im Dezember schon einmal die Klassenkameraden der beiden Töchter testen. Und vor kurzem waren die Landfrauen zu Gast. Nicht nur zum Gucken, sondern zum selbst kreativ werden. Und zwar in der Malerischen Drucktechnik. Fotos aus der Volksstimme bildeten das Motiv. Die Landfrauen, anfangs noch skeptisch, „ob sie das hinkriegen“, staunten dann über die Ergebnisse.

Eröffnung im März

Heike Buchholz ist es wichtig, dass der Leistungsdruck und Konkurrenzdenken beim Betreten der Werkstatt draußen bleiben, „davon gibt es in der Schule oder bei der Arbeit genug. Hier kommt es einfach nur darauf an, Freude an der kreativen Arbeit zu haben. Dann sind schöne Ergebnisse so gut wie garantiert.“

Im nächsten Monat soll die Werkstatt eröffnen. Angeboten werden verschiedene Kurse für Kinder und Erwachsene, auch kreative Angebote auf Kindergeburtstagen sind möglich, „ich richte mich ganz der Nachfrage und nach den Interessen der Teilnehmer“, freut sich Heike Buchholz, nun ihren beruflichen Traum leben zu können.