Fischbeck l Die Küche und die Wohnzimmerschränke fehlen noch, auch der Außenputz ist noch nicht dran und das ganze Umfeld ist längst nicht fertig. Dennoch sind Roswita und Horst Köppe vor wenigen Tagen in ihr neues Haus in der Fischbecker Fährstraße eingezogen. Bis zum 9. Juni 2013 hatten sie hier gewohnt. Doch die Flut hat das alte Gebäude, in dem schon die Eltern von Roswita Köppe gelebt haben, so sehr geschädigt, dass nur der Abriss geblieben ist.

Über zwei Jahre hat es gedauert, bis Köppes zurück in ihr altes, neues Zuhause konnten. Denn zunächst musste alles Finanzielle mit der Versicherung und der Investitionsbank geklärt werden. „Manchmal haben wir uns gefragt, ob wir das neue Haus noch erleben. Es hat viele Nerven gekostet. Jetzt sind wir einfach nur noch froh, dass alles geschafft ist – fast jedenfalls“, erzählt die 71-Jährige, die sich am Sonnabend mitten im Umzugsstress zusammen mit ihrem vier Jahre älteren Mann Horst ein wenig Zeit für das Volksstimme-Gespräch nahm.

Viele Helfer packen zu

Dank der Hilfe der Familien der beiden Söhne André und Udo geht beim Umzug alles ganz flott. Auch Maik Mangelsdorf und Willi Spormann von der Feuerwehr packen zu, außerdem Herbert Rente und die Enkel Martin, Marcus und Elisa. Schnell sind alle Sachen von „da oben“ nach „da unten“ gebracht. „Da oben“ ist die Neubauwohnung, die ihnen die Gemeinde zur Verfügung gestellt hatte. „Das war eine sehr gute Übergangslösung. Aber wenn man sein Leben lang im Haus gelebt hat, dann will man auch zurück in die eigenen vier Wände mit kleinem Garten, wo man ein bisschen rumwerkeln kann.“ Diesen kleinen Garten gibt es inzwischen wieder „unten“ in der tiefer als die Ortsdurchfahrtstraße gelegenen Fährstraße, wo das Flutwasser im Juni 2013 anderthalb Meter hoch gestanden hatte.

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„Warum sollen wir den Schrank wegschmeißen&#x

Auch während der Bauphase waren Köppes immer vor Ort. Und sie bangten. Denn ihr großer Wunsch war es, die Gäste zu ihrer goldenen Hochzeit im neuen Heim empfangen zu können. Noch im August wird das Jubiläum gefeiert. „Fertig ist ja nun längst nicht alles. Aber wir sind wenigstens drin“, haben Köppes in der Nacht zum Freitag das erste Mal im Haus geschlafen. Knapp zwei Wochen müssen sie noch auf die Küche warten und diverse Möbel fehlen noch. „Zumindest das Bad ist schon komplett fertig“, zeigt die Seniorin den schön hergerichteten Raum – der einzige, in dem keine Umzugskisten stehen. Im Wohnzimmer hat eine Anrichte bereits seinen festen Platz eingenommen. Sie stammt aus dem DRK-Spendenlager. „Die ist doch noch gut – warum sollen wir sie wegschmeißen?“ Viel aus dem alten Heim haben Köppes nicht mehr. „Als es am 9. Juni hieß, dass Fischbeck evakuiert wird, haben wir noch rasch einige Dinge nach oben auf den Dachboden gebracht. Aber letztlich war auch nicht mehr viel zu gebrauchen“, schaut Roswita Köppe glücklich auf das alte Schlafzimmerbild, das schon ihren Eltern gehört hatte. Es hing höher als 1,50 Meter und ist somit trocken geblieben.

Das Ehepaar ist erleichtert, dass es nun bald zur Ruhe kommen kann. „Allen, die uns zur Seite standen, sind wir sehr dankbar.“ Dazu gehören vor allem auch André und Kathrin Köppe, die selbst ihr Haus in der Hauptstraße aufwendig sanieren mussten und nervenaufreibende Monate hinter sich haben. Als Mitglieder der Feuerwehr, der André Köppe als Wehrleiter vorsteht, müssen sie auch noch dieses Ehrenamt unter noch schwierigen Bedingungen in der Scheune meistern. Aber auch hier wird es bis zum Jahresende den Umzug in ein neues Domizil geben.

So zieht Stück für Stück Normalität im Ort ein. Doch im privaten und vor allem im kommunalen Bereich bleibt noch viel zu tun. Als weiterer Schritt wird Freitag die neue Kabelitzer Straße eingeweiht. In der Ovelgünne geht es dann weiter.