Havelberg l Das Café  ist als expliziter Anlaufpunkt für Jobcenter-Kunden gedacht. Aus diesem Grund besteht auch eine enge Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle des Jobcenters Stendal in Havelberg. Alles sieht aus wie in einem richtigen Café: separate Küche; Tische, Stühle, Theke und gemütliches Am­biente im Gastbereich, getrennte Sanitärbereiche für Damen und Herren. „Dieses Netzwerk-Café ist ein Ergebnis unseres Projektes ,Neustart‘“, erklärt Gesine Abel von der Standortleitung Bereich Ost der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA)mit Sitz in Wittstock. „Es ist als Treffpunkt für Leute gedacht, die durch das Jobcenter betreut werden. Sie erhalten hier die Möglichkeit, sich in schöner Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen sowie alkoholfreien Getränken auszutauschen. Deshalb auch der Name ,Netzwerk‘. Außerdem besteht für sie hier die Möglichkeit, Fragen an pädagogische Kräfte zu stellen und in bestimmten Dingen Hilfe zu erhalten.“

In drei Monaten geschaffen

Yvonne Lorenz als Verantwortliche sowie Sabine Salamanca und Andrea Mantik sind die Pädagogen, die das Projekt in Havelberg betreuen. „Wir sind in diesem Objekt schon eine ganze Weile fleißig bei der Arbeit“, berichtet Yvonne Lorenz. „Unsere sieben Projekt-Teilnehmer im Alter von Jung bis 55 haben sich sehr stark dafür engagiert, das Netzwerk-Café in gut drei Monaten entstehen zu lassen und einzurichten. Vom Anfang bis zum Ende ist alles in Eigenleistungen entstanden. So manche kreative Ideen wurden dabei verwirklicht. Verständlicherweise sind die jungen Männer und Frauen heute sehr stolz auf das von ihnen Geschaffene. Und das können sie auch zu Recht sein.“ In ihren Eröffnungsworten bedankte sich Yvonne Lorenz bei allen fleißigen Helfern: „Für all die Ideen und Vorstellungen bei der Vorbereitung, für all die Begeisterung bei der Umsetzung. Womit Sie in beeindruckender Art und Weise gezeigt haben, wie sehr Sie sich selbst mit Ihrem Café identifizieren.“

Auch zum Lernen gedacht

Die neuen Räumlichkeiten der DAA in Havelberg sind aber nicht nur zum Treff im Café gedacht. „Vor allem sollen sie der beruffachlichen Weiterbildung von Frauen und Männern im geschützten Rahmen dienen. Und zwar speziell in den Bereichen Hotel- und Gaststättenwesen, Hauswirtschaft und Gartenbau“, ist von Yvonne Lorenz zu erfahren. Unter anderem werde tüchtig gebacken. So geschah es auch zur Einweihung des Netzwerk-Cafés. Aber auch Bewerbungstraining stehe auf dem Programm. Denn letztlich sei es das Endziel, dass die Teilnehmer früher oder später Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen.

Bewirtschaftung von zwei Gärten

Was übrigens den Gartenbau anbelangt, ist vorgesehen, dass die Teilnehmer an der Maßnahme, die alle in Havelberg beziehungsweise in der näheren Umgebung der Stadt zu Hause sind, ab diesem Monat zwei Parzellen in der Gartensparte „Einigkeit“ bewirtschaften und die Ernte im Rahmen ihrer Weiterbildung dann für die Zwecke im Netzwerk-Café verarbeiten.

Zu den geladenen Gästen zur Eröffnung des Netzwerk-Cafés gehörte auch Iris Warnstedt von der Havelberger Geschäftsstelle des Jobcenters Stendal. „Ich freue mich sehr über das, was die DAA hier geschaffen hat“, sagte sie. „Und natürlich auch darüber, dass es in Havelberg nun einen Anlaufpunkt für unsere Kunden gibt, wo sie sich völlig ungestört treffen und miteinander reden können.“ Die begleitende Weiterbildung für die Teilnehmer an dem Projekt sei bezüglich ihrer späteren möglichen Weitervermittlung auf dem Arbeitsmarkt nicht minder wichtig.

Montag bis Freitag offen

Übrigens: Das Netzwerk-Café als Anlaufpunkt für vom Jobcenter betreute Frauen und Männer ist von Montag bis Freitag immer in der Zeit von 10.30 bis 15 Uhr geöffnet. DAA und Jobcenter würden sich freuen, wenn es von dem Personenkreis, für den es gedacht ist, auch gut angenommen wird.