Schönhausen l Am 5. Oktober öffnet in einem Teil des Gebäudes an der B 107 in Schönhausen das „Connys“. In dem Stehcafé gibt es Waffeln in allen möglichen Variationen.

1965 vom Konsum als Landwarenhaus in der Fontanestraße errichtet, endete diese Ära mit der Wende und es gab immer wieder wechselnde Mieter. Die Verbandsgemeinde hatte lange im Obergeschoss ihre Büros, unten befand sich kurzzeitig ein Supermarkt und dann lange ein Schreibwarengeschäft samt Postfiliale. Hier ist jetzt eine Sanierungsfirma ansässig (dazu demnächst mehr). Nebenan gehört eine Versicherung zu den schon langjährigen Mietern. Sie hatte zur anderen Seite das Büro „Agro“ für Arbeitsschutz und Dienstbekleidung als Nachbarn. Doch nach der Geschäftsaufgabe vor einigen Monaten stand dieser Platz leer. Nicht lange. Denn jetzt weisen die Schaufensterbilder auf „Waffeln, Crepes und mehr“ hin.

Constanze Kämpfer vom Hohengöhrener Damm hat den Mut, sich mit dem Laden selbstständig zu machen. Bislang die Buchhaltung für den Betrieb ihres Mannes erledigend, wagt sie diesen Schritt.

Von einem Waffelladen geträumt

Wie sie darauf gekommen ist? „Ich habe das tatsächlich geträumt!“ sagt die 38-Jährige lachend. „Von diesem Traum habe ich meiner Familie erzählt und wir haben immer wieder geflachst, ,wenn wir jetzt einen Waffelladen hätten‘. Bald war das kein Spaß mehr und ich habe mir gedacht: Warum eigentlich nicht? Meine Familie stand voll hinter mir.“ Conny Kämpfer ging auf Suche nach einem geeigneten Raum in Schönhausen. Der fand sich im alten Landwarenhaus. Hier gibt es einen ausreichend großen Raum, der vor „Agro“ sogar als Trauzimmer gedient hatte; dazu etwas Nebengelass als Lagerfläche. Weil neben der Personaltoilette kein weiterer Platz für Gäste-Toiletten ist, wurde die Nutzung der Gewerberäume als Stehcafé ohne Ausschank von Alkohol genehmigt – mit dieser Einschränkung kann sich Conny Kämpfer gut arrangieren. Und dann ging es auch schon los. Vieles hat die Investorin selbst gemacht, sogar den Tresen zimmerte sie allein. Ihr Lebensgefährte Matthias packte auch mit zu. Und mit ihren Kindern Marie (16) und Kurt (13) ging sie auf „Spionage“. In anderen Cafés probierten sie Waffeln und Crepes, zudem suchten sie im Internet nach Rezepten. Und die probierten sie zu Hause in der Küche aus. „Wir haben wirklich viele Waffeln gegessen. Es gibt so viele Variationen, die man zusammenstellen kann, da ist für jeden Geschmack was dabei.“ Auch wer es lieber deftig mag, wird mit Sandwich fündig.

Am Montag geht es los. Zunächst sind die Öffnungszeiten wochentags von mittags bis 18 Uhr geplant, mittwochs etwas verschoben von 10 bis 15 Uhr. Denn an diesem Tag widmet sich Conny Kämpfer ihrem Hobby: Badminton. Sie spielt nicht nur selbst sehr erfolgreich, sondern ist auch noch Sektionsleiterin bei Preußen Schönhausen. Und mittwochs ab 16 Uhr trainiert sie die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die immer größer wird. Das eigene Training ist abends, Wettkämpfe finden am Wochenende statt. „Ob ich vielleicht auch am Sonnabend oder Sonntag öffne, werde ich sehen, das richtet sich nach dem Bedarf.“

Kaffeeautomat, Gefrierschrank, Kühltheke und die verschiedenen Waffeleisen stehen bereit. Aufgeregt wird Conny Kämpfer am Montag ihren Waffel-Laden aufschließen – ein Traum geht in Erfüllung.