Sandau l Nur noch etwa 150 Meter Elbe hat die Sandauer Elbfähre derzeit zu überbrücken, normal sind 180. Entsprechend wanderten die Enden der Anleger mehrere Meter in Richtung des Flusses. Doch im Gegensatz zu anderen Fähren musste hier der Betrieb noch nicht eingestellt werden, ja es gibt noch nicht einmal Einschränkungen bei der Tonnage wie in Werben: In Sandau kann man auch weiterhin mit einem Gefährt übersetzen, was bis zu 45 Tonnen wiegt, informierte Fährmann Dirk Jonas. Um dies zu beweisen, misst er mit dem Staken in der Fahrrinne nach: etwa 2,30 Meter sind noch Platz bis zum Gewässergrund.

Dennoch ist die Fähre auch hier am Limit, sinkt das Wassert weiter – wovon auszugehen ist, müsste der Anleger verlängert werden. In der letzten Zeit hatten die Fährleute wegen der Brückenbauarbeiten in Tangermünde gut zu tun, es gab teils lange Schlangen.

Seit April vier Leute

Im April wurden die vier Fährleute übrigens durch den Fährjungen Maik Herrmann personell verstärkt, er muss 180 Tage mitfahren, dann folgt die Prüfung.

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Das aktuelle Niedrigwasser der Elbe stellt alle je gemessenen Rekorde an den Pegeln weit in den Schatten. In Tangermünde wurden die Niedrigwasserrekorde mit 1,51 Metern jeweils im August 1964 sowie 2015 gemessen. Aktuell zeigt der Pegel hier 1,14 Meter an – Tendenz weiter fallend. Gemessen wird der Wasserstand in der Kaiserstadt seit dem Jahre 1883.

Alter Rekord eingestellt

Im brandenburgischen Wittenberge wird aktuell am Pegel ein Stand von 1,20 Meter angezeigt. Damit ist der Negativrekord vom 20. September 1911 eingestellt. Am 5. September jenen Jahres wurde übrigens auch der niedrigste Havelwasserstand aller Zeiten registriert: Minus 0,05 Meter. Der Havelberger Stadtgraben fiel damals komplett trocken. Einher ging die Trockenphase, welche von März bis Mitte September – mit Ausnahme des Juni mit normalem Regendurchschnitt – andauerte, ebenfalls mit extremer Hitze. Die Havel war damals noch direkt mit der Elbe verbunden, die Wehrgruppe Quitzöbel hält jetzt als Staustufe den Havelwasserstand weiterhin hoch.

Am krassesten ist es derzeit in Dömitz, hier kann man die Elbe bei einem Wasserstand von lediglich 18 Zentimetern wohl fast schon trockenen Fußes überqueren.