Parkplätze auf der Stadtinsel

Eine Auflistung der Stadtverwaltung Havelberg gibt einen genauen Überblick über die vorhandenen Parkflächen auf der Stadtinsel und auch über die Zahl der Einwohner, um den Bedarf darzustellen:

Die Einwohnerzahl direkt auf der Stadtinsel liegt im Jahr 2019 bei 583. Im Jahr 2000 waren es 609, 2008 602 und 2012 622. Die meisten Einwohner, 94, haben in der Fischerstraße ihr Zuhause. Es folgen die Mühlenstraße mit 84, der Markt mit 71, die Lange Straße mit 66 und die Domstraße mit 51 Einwohnern. Die weiteren Straßen liegen bei um die 30 Einwohner oder darunter.

Der Mindeststellplatzbedarf nach Haushalten/Wohnungen liegt bei 346 Stellplätzen, der für gewerbliche Nutzung, Gemeindebedarf, soziale Einrichtungen, Verwaltung bei 190 Stellplätzen. Das sind insgesamt 536 Stellflächen.

Vorhandene Stellplätze gibt es insgesamt 648. Diese teilen sich wie folgt auf:

Nach Straßenabschnitten auf der Stadtinsel sind es 188. Davon die meisten, 35, am Markt, gefolgt von der Fischerstraße mit 30, der Langen Straße mit 29 und dem Rossmann-Parkplatz mit 27 Stellflächen.

Nach öffentlichen Plätzen sind es 140. Darin aufgeführt sind auch Flächen, die in angemessener Entfernung zur Stadtinsel (100 bis 200 Meter) liegen. Die Parkplätze Kirchplatz und Uferstraße bieten jeweils 40 Stellflächen, der am Arbeitsamt 26, die Wässeringe in der Bahnhofstraße 19 und der Salzmarkt 15.

Auf privaten Grundstücken gibt es rund 320 Stellflächen. Davon befinden sich 83 in Garagen und 237 auf privaten Flächen.

Die Differenz zwischen Stellplatzmöglichkeit und Stellplatzbedarf liegt bei plus 112.

Anwohnerparkausweise, die überall zum Parken berechtigen, gibt es aktuell 58. Im Jahr 2012 waren es 119.

Havelberg l Nachdem Anwohner der Havelberger Fischerstraße auf der Stadtratssitzung im September ihre Kritik angesprochen hatten, befasste sich nun der Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Tourismus mit dem Thema. André Förster hatte die Kritikpunkte, die sich auf die Parkplatzsituation und die Bedrohung der Bausubstanz beziehen, aufgelistet und Vorschläge zusammengetragen.

Teilweise schon tagsüber, vor allem aber in den Nachmittags- und Abendstunden finden die Anwohner der Fischerstraße kaum Parkplätze. In der Urlaubssaison werden viele Stellflächen durch Tagestouristen und Urlauber genutzt. „Grundsätzlich haben viele Anwohner, die erst nach 16 Uhr von der Arbeit nach Hause kommen, oft das Problem, nicht in der Nähe ihres Wohnhauses parken zu können. Kurze Wege ohne Gepäck sind zumindest den nicht gehbehinderten Einwohnern zuzumuten. Aber in der Fischerstraße kann man ja nicht mal seinen Einkauf oder die Koffer nach dem Urlaub ausladen, da hier in Fahrtrichtung rechts absolutes Halteverbot besteht“, ist ein Problem, das André Förster aufgelistet hat. Die Vorschläge und die Antworten:

Parkausweise

Parkausweise für Anwohner, die keine eigenen Abstellflächen haben, gegebenenfalls nur für bestimmte Bereiche, und gesonderte Tages-Park­ausweise für in der Stadt arbeitende Bürger und Geschäftsleute:

Die Anwohnerparkausweise haben weiterhin ihre Gültigkeit und berechtigen zum Parken auf allen Flächen. Zu den Tages-Parkausweisen hat die Stadtverwaltung eine Anfrage an den Landkreis gestellt. Bislang ist so etwas in Sachsen-Anhalt nicht vorgesehen. In anderen Bundesländern gibt es diese aber, sagt Ordnungsamtsleiter André Gerdel. Die Sache wird geprüft und Stadt und Landkreis bleiben im Kontakt.

Kurzzeitparkplätze

Kurzzeitparkplätze sollen auf Kirchplatz, Marktplatz und in der Uferstraße mit Parkscheibe von Montag bis Freitag eingerichtet werden, die restlichen Parkplätze nur mit Anwohnerausweis nutzbar sein:

Hier verweist die Stadtverwaltung darauf, dass sie sich mit dem Fachausschuss noch einmal umfassend mit dem Parkplatzkonzept beschäftigt hat, als es vor zwei Jahren darum ging, ob neue Parkscheinautomaten angeschafft werden sollen. In diesem Zuge wurde die gesamte Stadtinsel zum Parken freigegeben – bis auf bestimmte Flächen mit Kurzzeitparkplätzen im Bereich des Rathauses und in der Steinstraße. Gewünschte Änderungen können geprüft werden. Allerdings geht das nicht von heute auf morgen. Dafür wäre ein neuer Beschluss nötig.

Kennzeichnung der Plätze

Kennzeichnung der Parkplätze in der gesamten Innenstadt, um die Parkflächen optimal auszunutzen (zum Beispiel mit Alumarkierungsnagel):

Aufgrund des Natursteinpflasters in der Altstadt ist das nicht machbar. Die Alunägel würden im Untergrund nicht halten.

Begrenzte Parkausweise

Ausgabe von maximal so vielen Parkausweisen, wie Parkplätze (ohne Kurzzeit) im Straßenverlauf vorhanden sind:

„Wo fangen wir an, wo hören wir auf? Wie überall gilt auch hier das Gleichheitsprinzip. Wir können keinem Anwohner einer Straße den Park­ausweis verwehren, nur weil schon viele vergeben sind“, gibt der Amtsleiter zu bedenken.

Parkleitsystem

Parkleitsystem für Touristen zu den Großparkplätzen am Haus der Flüsse und in der Bahnhofstraße:

Zur Bundesgartenschau 2015 gab es ein solches Parkleitsystem bereits. Neben den beiden genannten sollte auch der Parkplatz in der Uferstraße mit aufgenommen werden. Die Stadt will mit der Landesstraßenbaubehörde und dem Straßenverkehrsamt darüber sprechen, diese drei Plätze in die Beschilderung mit aufzunehmen.

Schritttempo

Befahren der kompletten Innenstadt im Schritttempo (verkehrsberuhigt):

Das ist nicht überall möglich. Die Straßenverkehrsordnung gibt dafür strenge Regeln vor. Gehweg und Fahrbahn müssen auf einem Niveau sein, Fußgänger und Kraftfahrzeuge sich in gleicher Geschwindigkeit auf der gesamten Straßenbreite bewegen können. Sie sind gleichberechtigt. Regionalbereichsbeamter Guido Schulz verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass der fließende Verkehr auf die Stadtinsel fahren und auch wieder abfahren können muss. „Der äußere Ring, zu dem die Fischerstraße gehört, wurde im Verkehrskonzept dafür vorgesehen und der innere Ring mit dem Markt als verkehrsberuhigt ausgewiesen. Aus Sicht der Polizei halten wir diese Lösung für sinnvoll“, sagte er im Ausschuss.

Begrenzung auf 3,5 Tonnen

Einfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen außer Lieferverkehr:

Auch das ist nicht praktikabel. „Grundsätzlich sind das öffentliche Straßen. Diese Erschließungsstraßen dienen dazu, das öffentliche Leben auf der Stadtinsel zu ermöglichen. Wir haben Geschäftsleute in der Altstadt. Handwerker fahren hierher. Wir müssten tausend Sondergenehmigungen erteilen“, macht Dieter Härtwig, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt, aufmerksam.

Schwellen

Einbau von Schwellen/Straßeneinengungen zur Verkehrsberuhigung:

Schwellen hätten zur Folge, dass sich die Zahl der Parkplätze verringert. Die Verkehrsgeräusche würden durch das Bremsen und Anfahren eher stärker. Würde man die Seite der Parkflächen zur Verkehrsberuhigung in einer Straße öfter wechseln, würde das ebenfalls weniger Stellflächen bedeuten.

Feste verlagern

Verlagerung von Festivitäten auf die Großparkplätze:

Hierbei geht es um den Bootskorso, für den an einem Tag im Jahr (von Mittag des Veranstaltungstages bis zum Morgen darauf) die Uferstraße gesperrt wird und deshalb der Bundestraßenverkehr über die Stadtinsel geführt wird. „Die Verlagerung würde uns sogar einige Probleme abnehmen. Doch ist das Ambiente direkt am Hafen viel schöner für alle Akteure und Besucher. Für einen Tag eine Ausnahme hinzunehmen, sollte möglich sein“, so André Gerdel.

Die Diskussion um den Bauzustand der Fischerstraße wurde abgekürzt und an den Fachausschuss weitergegeben.