Havelberg l Das Resümee von Marktmeister Dieter Härtwig fällt äußerst positiv aus: „Die Großveranstaltung ist insgesamt sehr gut verlaufen. Ich bin vollauf zufrieden. Vor allem auch mit dem Wetter, das einfach ideal war.“ Zufrieden ist er vor allem auch mit dem Pferdehandel. „Mit 422 aufgetriebenen Pferden konnte das Ergebnis vom Vorjahr um 32 Pferde gesteigert werden“, freut er sich. Und auch darüber, dass die für den Tierschutz festgelegten Neuerungen von allen Verkäufern akzeptiert und umgesetzt wurden. „Trotz aller Unkenrufe sind die Vorgaben eingehalten und zum größten Teil Panels beziehungsweise Pferdeboxen mitgebracht worden. Wenn hier und da mal keine Panels vorhanden waren, dann haben wir auch ausgeholfen und schnell welche organisiert“, so Dieter Härtwig.

Mehr Trödler als 2018

Ebenfalls einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht hat die Zahl der Kleinhändler und Trödler. Sie stieg auf 525, was ein Plus von 55 gegenüber dem Markt in 2018 bedeutet.

Etwas weniger Gäste

Ganz an die Besucherzahl von 200 000 im Vorjahr ist der diesjährige Pferdemarkt allerdings nicht herangekommen. „Am Donnerstag, Freitag und auch am Sonnabend waren etwas weniger Gäste da als 2018. Unter anderem spricht die Zahl von 19 000 Pkw dafür, die auf den Stellflächen gestanden haben – über 1000 weniger als 2018. Somit gehen wir in diesem Jahr von etwas über 180 000 Besuchern aus.“

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Zwei Sperrstunden

Bewährt hat sich das von der Polizei initiierte und von der Marktleitung für dieses Jahr erstmals aufgenommene Handels- und Ausschankverbot für die Zeit von 4 bis 6 Uhr morgens – zwei Sperrstunden gewissermaßen. „Diese Regelung ist sehr positiv aufgenommen worden, insbesondere auch von den Betreibern der Festzelte, die nun um 4 Uhr ihre Zelte schlossen. Insgesamt ist es zu dieser frühen Stunde somit auch etwas ruhiger geworden auf dem Markt.“

Polizei nimmt 13 Anzeigen auf

In der Veranstaltungswache der Polizei spricht der diensthabende Leiter Polizei-Oberkommissar Marcus Klöckner von einem „ruhigen Pferdemarkt“. So ruhig wie selten zuvor. Denn hier mussten nur 13 Strafanzeigen aufgenommen werden, die meisten davon aufgrund von Diebstählen. „Schwere Straftaten gab es erfreulicherweise nicht“, resümiert der Polizei-Oberkommissar. „Und auch keine schweren Verkehrsunfälle.“ Lediglich drei Unfälle sind der Wache gemeldet worden. Dabei handelte es sich ausschließlich um Bagatellen mit Schrammen an den beteiligten Autos auf Parkplätzen. Staus aufgrund des Anreiseverkehrs entstanden auf der B 107 zeitweise vor allem am Sonnabend aus Richtung Wulkau und aus Richtung Glöwen kommend. So wie man es in jedem Jahr vom Marktsonnabend her kennt.

Keine Einsätze für die Feuerwehr

Noch ruhiger als für die Polizei verliefen die vier Markttage für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Havelberg, die mit insgesamt 25 Kameradinnen und Kameraden im Dreischichtsystem Dienst schoben: am Donnerstag von 15 bis 24 Uhr und dann von Freitag um 15 Uhr bis Sonntag um 24 Uhr. Löschwasser benötigten die Feuerwehrleute nur am Sonntagmorgen, als sie dabei halfen, den staubigen Schaustellerplatz etwas zu bewässern, wofür die Schausteller sehr dankbar waren. Und die ersten Besucher auch. „Dass es in der Zeit der Sperrstunden, von 4 bis 6 Uhr, nicht einmal geregnet hat, ist ein großes Manko des diesjährigen Pferdemarktes“, witzelte Marktmeister Dieter Härtwig. Von 4 bis 6 – wäre die beste Zeit dafür gewesen.

DRK mit Großaufgebot

Mit insgesamt 65 Kräften und einer ganzen Reihe von Fahrzeugen sicherte das DRK am angestammten großen Rettungspunkt am Sportplatz und an drei weiteren kleinen Rettungspunkten auf dem Festgelände den Pferdemarkt ab. Die Versorgungsgruppe, drei Notärzte, der Sanitätsdienst, der Schulsanitätsdienst, das Jugendrotkreuz und das Berufsbildungswerk waren vertreten. Außerdem Unterstützer von der Rettungshundestaffel, von der Wasserwacht und der Bergwacht sowie aus Wernigerode (vier Kameraden).

80 Behandlungen durch Sanitäter

Mit insgesamt 80 Hilfeleistungen der verschiedensten Art – im Vergleich zu anderen Jahren sind das außerordentlich wenig – verlief der Markt auch für diese Einsatzkräfte recht entspannend. Kreislaufpro­bleme, Insektenstiche, kleine Verletzungen und einmal ein Trunkenbold, der zuviel Alkohol im Blut hatte, mussten behandelt werden. Nur eine Sonderfahrt mit Notarztbegleitung führte zum Krankenhaus nach Stendal, ansonsten verlief auch in der Rettungsstelle des Pferdemarktes alles ganz ruhig und ohne Probleme. Erfreulich für eine so große Veranstaltung.

Überlastetes Mobilfunknetz

Etwas hinderlich empfanden die DRK-Einsatzkräfte, dass das Mobilfunknetz nicht ausreichend funktionierte, obwohl ein Funkturm ganz in der Nähe steht. Zum Pferdemarkt allerdings, wenn sehr viele Besucher gleichzeitig telefonieren oder Fotos und Videos verschicken, ist das Netz häufig überlastet. Dann geht oft nichts mehr.

Gutes Zusammenspiel aller Kräfte

Lob allerdings zollten das DRK als auch die Polizei, die Feuerwehr und die Marktleitung der guten Zusammenarbeit, die sich seit Jahren gemeinsam hervorragend bewährt hat und durch die immer alles reibungslos funktioniert. „Das ist ein wirklich gutes Zusammenspiel aller Kräfte“, so der Marktmeister.