Wust l Für den gut besuchten Familiengottesdienst, der am Sonntag in der Wuster Kirche stattfand, hatten die Christenlehre-Kinder den Altar mit Früchten dekoriert. Diese spielten denn beim Gottesdienst auch eine wichtige Rolle: Die Kinder sinnierten, wie man die Ernte möglichst gerecht verteilen kann, damit niemand mehr in der Welt Hunger leiden muss. Was sich als gar nicht so einfach herausstellte.

Ein Kuchen in Kürbisform – gebacken von Sina Reumann – war im Anschluss der Blickfang beim Kuchenbasar. Organisiert hatten diesen ebenfalls die Christenlehre-Kinder und Vorkonfirmanden, welche von Gemeindepädagogin Annett Komorowski unterrichtet werden. Die Spenden für Kaffee und Kuchen sollen im kommenden Jahr bei einem ganz besonderen Jahrestag verwandt werden.

Alle Kirchen mit einbezogen

Denn dann jährt sich die Wiedereinweihung der Wuster Kirche, welche eigentlich wegen Baufälligkeit abgerissen werden sollte, zum 40. Male. Das runde Jubiläum soll mit einer Festwoche würdig gefeiert werden, informierte die Jerichower Pfarrerin Rebekka Prozell, welche auch für das Kirchspiel Wulkow-Wust zuständig ist. Einbezogen werden sollen alle umliegenden Kirchen entsprechend ihre Bestimmung. So wird es in Melkow ein Konzert geben, in Briest ein Marionettenspiel, in Großwudicke wird über die Symbolik in Märchen informiert, in Kleinwudicke geht es um Darjeeling-Tee und in Sydow wird ein Film angeboten. Das Abschlussfest steigt natürlich in Wust.

Bilder

Die vom Einsturz bedrohte Kirche – der Turm hatte sich bedenklich zur Seite geneigt, das Dachgebälk war wegen eines großen Lochs im Dach teils verfault und die Wände im Innenraum schwarz von Schimmel – war von engagierten Christen um den kürzlich verstorbenen Pfarrer Karlheinz Stephan vorm Abriss gerettet und auch dank vieler Spenden umfassend saniert worden. 1981 wurde sie neu geweiht. Heute kann sich das Gotteshaus mit der beeindruckenden Kassettendecke wahrlich sehen lassen – wenngleich auch der Zahn der Zeit weiter nagt und schon wieder einige Teile saniert werden müssten.

Zum Abschluss ein Folkkonzert

Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, gab es in Wust zum Abschluss des Erntedankfestes noch ein Konzert. Zu Gast war erstmals die Magdeburger Folk-Band „Foyal“, welche mit Clezmermusik, irischen und bretonischen Klängen, Liedern vom Balkan sowie allerhand Spielfreunde das Publikum beeindruckte. Ermöglicht wurde das Konzert durch die Unterstützung der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM), es gab Geld aus deren Kulturfonds, informierte die Pfarrerin.

Annett Komorowski freute sich, dass es in diesem Jahr trotz Corona überhaupt noch ein Konzert in Wust geben konnte. Wegen der Pandemie durfte die Kirche auch nur mit entsprechenden Abständen genutzt werden – jede zweite Sitzreihe musste frei bleiben. Aber die Empore bot ja auch noch diverse Sitzplätze.