Kamern l Viel Spielraum bleibt den Kamernschen Räten nicht mehr, die Einnahmen zu verbessern, erklärte Kämmerer Steve Tangelmann beim Vorstellen des Konsolidierungskonzeptes. Denn die Steuern der Seegemeinde liegen schon über dem Landesdurchschnitt. Einzig bei den Gebühren und Entgelten ließe sich noch etwas regeln, dazu ist eine neue Satzung geplant. So könnten künftig bei Veranstaltungen in der Turnhalle Gebühren erhoben werden, ebenso für die Nutzung durch den Sportverein. Kein Potenzial bieten hingegen die Friedhofsgebühren.

Über das Finanzausgleichsgesetz wurden bereits Gelder zur Tilgung der kommunalen Schuldenlast beantragt und teils auch schon bewilligt. Zehn Prozent verbleiben der Kommune allerdings als Eigenanteil. Neue Anträge können nun allerdings erst gestellt werden, wenn die Doppik-Eröffnungsbilanz steht, was voraussichtlich zum Jahreswechsel erfolgen wird. Zusätzliche Erträge sind durch die Zweitwohnungssteuer geplant.

Erst 2026 schuldenfrei

Laut Konzept – und wenn sich die Rahmenbedingungen nicht wieder ändern – könnte Kamern bis zum Jahr 2026 schuldenfrei sein. Viel einsparen kann die Seegemeinde nicht mehr, größte Ausgabeposten sind die an den Landkreis und die Verbandsgemeinde zu zahlenden Umlagen. Allein an den Kreis sind in diesem Jahr 405.820 Euro abzuführen, nach Schönhausen fließen 534.506 Euro sowie fast 44.000 Euro von der Investitionspauschale.

Unterm Strich kann Kamern dieses Jahr nur 105.000 Euro in nötigste Dinge investieren: Eine Rüttelplatte für den Bauhof und drei neue Straßenlampen werden gekauft, die Regenentwässerung am Hunnenberg ist zu bauen und ein halbanonymes Urnenfeld wird eingerichtet. Beim Verkauf eines Baugrundstücks sollen 10.000 Euro eingenommen werden. Der Haushalt wurde einstimmig beschlossen und eine Ausgabesperre verhängt.