Havelberg l „Unsere erste Versammlung auf den neuen Stühlen“, merkte Vorsitzender Mathias Schulz an, bevor er mit seinen Ausführungen begann. In diesen widmete er sich verständlicherweise zuerst der großen, neuen Errungenschaft des Vereins, dem Bootshaus-Anbau, der eine Erweiterung der Sportstätte bedeutet und somit viele neue Möglichkeiten mit sich bringt.

Verein investierte 17.200 Euro

Im November 2018 sind die Fördermaßnahmen für den Anbau komplett abgeschlossen worden. Insgesamt sind für den Bau 100.000 Euro an Zuwendungen geflossen. Die Ruderriege hat zudem 17.200 Euro eigene Mittel in die Maßnahme investiert. „Ein Dank gilt allen Beteiligten an dieser Gemeinschaftsleistung“, so der Vorsitzende. Womit er auch die fleißigen Mitglieder ansprach, die in vielen Stunden ihrer Freizeit tatkräftig anpackten.

Einweihungsfeier am 13. April

Für die Zukunft sind für den Anbau noch kleinere Anschaffungen und Reparaturen vorgesehen. Unter anderem nannte Mathias Schulz in diesem Zusammenhang Vorhänge, diverse Verleistungen, ergänzendes Mobiliar sowie Dekoration, wie Bilder. Und noch weitere pers­pektivische Vorhaben, zu denen die Sanierung des Sanitärbereiches und die Erweiterung um den alten Werkstattbereich gehören. Zuerst allerdings soll der Abschluss des Bootshaus-Anbaus erst einmal richtig gefeiert werden. Und zwar mit einer öffentlichen Einweihung am Sonnabend, 13. April. Dieses soll zugleich mit dem Anrudern 2019 verbunden werden.

Neuer Bootsmotor war nötig

Zu den absolut notwendigen finanziellen Ausgaben im vergangenen Jahr – neben den Mitteln für den Anbau – gehörte auch die Neubeschaffung eines Bootsmotors im Wert von annähernd 5400 Euro, die mit großzügiger Unterstützung von Lotto Toto Sachsen-Anhalt und der Kreissparkasse Stendal möglich gemacht wurde.

Nachwuchsgewinnung hat Priorität

Aktuell sind insgesamt 61 Frauen, Männer und Jugendliche Mitglied in der Ruderriege Havelberg. Darunter befinden sich viele von außerhalb – unter anderem beruflich bedingt – mit zum Teil langen Anfahrtswegen. Und es gab und gibt zahlreiche Bemühungen, vor allem Jüngere, aber auch Erwachsene für die Sportart Rudern zu begeistern: durch Besuche in den Grundschulen Havelberg und Sandau, die Ausrichtung der Kreis-Kinder- und Jugendspiele im Ergometer-Rudern oder durch das erste Schnupperrudern im Herbst 2018, das recht gut angenommen worden ist. Weiterhin durch die Teilnahme an Veranstaltungen zum Zweck des „Sehen und gesehen werden“, wie es der Vorsitzende formulierte. Das Stadtkinderfest im Erlebnisbad am Lindenweg oder die Teilnahme am Neujahrsempfang von Stadt und Bundeswehr sind zwei Beispiele dafür. Trotz all dieser Bemühungen stagniert die Nachwuchsgewinnung und muss aus diesem Grund auch 2019 im Fokus stehen.

Doppelvierer-Bundessieg für Elias Leue

Über die Jugendarbeit in der Ruderriege Havelberg berichtete im Anschluss Trainer Torsten Rauls. Insgesamt sind die Nachwuchsruderer im vergangenen Jahr zu sechs Regatten gefahren und haben an vier Ferienfreizeiten (Trainingslagern) teilgenommen. Mit herausragenden Leistungen machten dabei vor allem Elias Leue und Pauline Rauls auf sich aufmerksam. Den größten Erfolg konnte Elias Leue (Altersklasse 12/13) als Bundessieger im Doppelvierer für sich verbuchen, wofür es auf der Jahreshauptversammlung noch einmal einen Extra-Applaus gab. Einen weiteren großen Erfolg heimste Elias Leue bei einer Kaderüberprüfung im Land Sachsen-Anhalt ein, bei der er sich in seiner Altersklasse gegen mehr als 15 Teilnehmer deutlich durchsetzte und somit der überragende Einerfahrer im Land ist.

16 Mal auf Platz 1

Die Landesmeisterschaft im Ergometer-Rudern, ein Athletikwettkampf, die Teilnahme an einem Waldlauf, eine Ruderfahrt von Tangermünde nach Hamburg bei brütender Hitze über 252 Kilometer und ein Skilager zählten weiterhin zu den Höhepunkten für die Havelberger Ruderjugend. Bei den genannten Wettbewerben konnte die Ruderriege auf insgesamt 16 Siege stolz sein.

81 Gäste auf der Spülinsel

Der Höhepunkt des Jahres 2018 für die Ruderriege Havelberg überhaupt aber war die Ausrichtung des 6. Wanderrudertreffens des Landes Sachsen-Anhalt im Juni. „Ein gutes Jahr Vorbereitung haben wir in diese Veranstaltung investiert. Aber die Mühe hat sich gelohnt“, resümierte Beate Gädeke. „Denn 23 Vereine aus sechs Bundesländern haben an dem Treffen teilgenommen – mit 81 Frauen und Männern, davon sieben Radlern, und 15 Booten.“ Und sich auf der Spülinsel in Havelberg sehr wohl gefühlt.

Mathias Schulz bleibt Vorsitzender

Satzungsgemäß musste in diesem Jahr auch wieder ein neuer Vorstand für drei Jahre gewählt werden. Laut Beschluss der Versammlung mit drei geschäftsführenden Mitgliedern und einem erweiterten Vorstand von fünf Mitgliedern. Die offene Wahl endete mit folgendem Ergebnis: 1. Vorsitzender: Mathias Schulz, 2. Vorsitzender: Ulrich Muchow, Finanzwartin: Katrin Rauls. Zum erweiterten Vorstand gehören Beate Gädeke, Karin Heising, Torsten Rauls, Bernd Münchow und Reno Gädeke. Zuvor war Florian Hallmann aus dem alten Vorstand verabschiedet worden. Er trat auf eigenen Wunsch zur Neuwahl nicht mehr an.