Ratssitzung

Sandauer können am 6. Juni wählen

Sandra Bahlke-Frank ist nun stellvertretende Bürgermeisterin in Sandau. Der Stadtrat wählte sie auf seiner Sitzung einstimmig.

Sandau l Innerhalb des Sandauer Stadtrates haben sich zwei zeitweilige Arbeitsgruppen gebildet, welche sich mit Schwerpunktthemen befassen werden. Sie sollen vom amtierenden Bürgermeister Wofgang Hellwig sowie einem weiteren Stellvertreter geleitet werden. Weil es diesen Posten bislang in Sandau noch nicht gibt, musste die Hauptsatzung geändert werden, was vor kurzem geschah. So konnte man auf der Ratssitzung jetzt zur Tat schreiten und einen weiteren Stellvertreter wählen, welcher zudem Wolfgang Hellwig entlasten soll.

Die Allgemeine Bürgerbewegung stellt die stärkste ­Fraktion im Stadtrat, sie durfte einen Kandidaten vorschlagen. Deren Vorsitzender Jörg Müller schlug Sandra Bahlke-Frank vor, welche von den anwesenden Räten einstimmig gewählt wurde.

Jetzt steht auch der Termin für die Wahl des neuen Sandauer Bürgermeisters fest: Es ist der 6. Juni. Amtsinhaber Henry Wagner hatte am 1. Februar seinen Rücktritt eingereicht, laut Gesetz müsste eine Neuwahl innerhalb von drei Monaten stattfinden. Doch da wenig später im Bundesland ohnehin die Landtagswahl ansteht, wollten die Sandauer Räte die Termine gerne zusammenlegen – diesem Ansinnen hatte die kreisliche Kommunalaufsicht zugestimmt.

Die Stadt ist ein Wahlkreis, gewählt wird in der Grundschule, beschloss der Stadtrat. Eine mögliche Stichwahl würde am 27. Juni stattfinden. Kandidaten können zwischen dem 25. März und dem 11. Mai ihre Bewerbung einreichen. Unklar ist derzeit noch, ob es wegen der Pandemie öffentliche Vorstellungsrunden geben wird.

Mit dem Beschluss erkennt der Rat den Rücktritt des Bürgermeisters offiziell an. Wolfgang Hellwig will Henry Wagner, der fast 20 Jahre im Amt war, auf der nächsten Sitzung in würdiger Form verabschieden.

Das zum Komplettumbau vorgesehene Rathaus ist inzwischen von den Fährleuten bis auf den Keller ausgeräumt worden, informierte Wolfgang Hellwig zu diesem Thema. Heizung und Wasser sind auch endlich abgeklemmt, einiges Inventar von der Verbandsgemeinde ist noch auszuräumen – wie Panzerschränke oder Kopierer. Die Ausschreibung des Elektro-Fachplaners muss wiederholt werden, die neue Vergabe wird im Juli stattfinden. Sind die Fachplaner endlich gebunden, erfolgen erst die Ausführungs- und danach die Gennehmigungsplanung. Womit ein Baustart in diesem Jahr wohl nicht mehr erfolgen wird. Auch muss das Nutzungskonzept aktualisiert werden – eine Arztpraxis wird es in dem Gebäude nicht mehr geben. Zudem muss die Planung wegen der enormen Kosten abgespeckt werden.

Allerdings hat sich für die alte Arztpraxis im Nebengebäude, was jetzt auch als Rathaus genutzt wird, ein Interessent gefunden. – Hier wollen Sandauer eine Physiotherapiepraxis einrichten.

Ein weiteres Thema ist die Fähre, hier zeichnet sich eine Lösung ab, berichtete Wolfgang Hellwig. Der defekte Kühlwasserkreislauf ist nach der Pause im Havelberger Schleusenkanal repariert, doch sind noch Probleme zu klären – bei der Batterieversorgung, den Landeklappen und dem Zubehör.

Nötig ist eine neue Gebührensatzung, denn die Mehrwertsteuer stieg für Fähren von 7 auf 19 Prozent. Die Stadt wartet nun auf die Zuarbeit der Verwaltung. Geplant ist auf der Fähre zudem bargeldloser Zahlungsverkehr.

Zur im Vorjahr sanierten Fährstraße merkte der amtierende Bürgermeister an, dass er bei der Abnahme Bedenken zu zwei fehlenden Ankerhaken an zwei Fähranlegern angemeldet hatte, welche bei den Bauarbeiten verschwunden waren. Diese werden nun vom Bauhof mit Hilfe der Straßenmeisterei Osterburg eingebaut.

Ein weiteres Problem bleibt voraussichtlich ungelöst: Bevor der Durchlass im Deichvorland zusammen mit der Fährstraße saniert worden war, war dieser mit einem Geländer an beiden Straßenrändern gesichert. Dies ist nun verschwunden, Wolfgang Hellwig hatte das ebenfalls beanstandet – eine Leitplanke wäre aber auch hilfreich. Doch wird es beides nicht geben, da die frühere Böschung steil war und die neue flacher ist, antwortete die Landesstraßenbaubehörde.

Ganz in der Nähe, neben der Fährüberfahrt auf dem frisch sanierten Elbdeich, soll wieder ein Rastplatz entstehen. Hier und auch an der Sitzgruppe am Marienheim will das Biosphärenreservat Mittelelbe Info-Tafeln aufstellen. Natürlich wird auch wieder eine Tafel über die Fähre informieren, welche im nächsten Jahr den 750. Jahrestag ihrer schriftlichen Ersterwähnung begeht. Bänke und Tisch auf Höhe des Heimes stehen dort bereits wieder, der Bauhof hat diese aufgearbeitet. Ex-Bürgermeisterin Berta Meyer fertigte zudem einen Entwurf für eine Infotafel zur Geschichte des Pflegeheimes an und suchte auch Fotos dazu raus. Die Finanzierung dieser Tafel wird noch geklärt.

Ein weiteres Thema, was wohl in der Verwaltung auf Eis liege, ist ein Brachen- und Leerstandskataster für die Elbestadt. Vor zwei Jahren wurden der Verwaltung die Unterlagen übergeben, bislang kam noch keine Antwort, informierte Wolfgang Hellwig.

Dazu hatte er noch eine erfreuliche Nachricht: Ein Investor möchte in den Steinworthstücken in einem ersten Bauabschnitt Eigenheime errichten, erste Planungen gab es dazu bereits kurz nach der Wende. Die Zufahrt soll vom Wulkauer Weg aus erfolgen. Der Investor bat bei der nötigen Aktualisierung des Bebauungsplanes um Unterstützung von der Stadt.