Auf das Jubiläum wird "im Saloon" mit Feuerwasser angestoßen / Erinnerung an viele närrische Jahre

"Schollene ahoi": Seit 35 Jahren schmettern die Jecken ihren Schlachtruf

Von Anke Schleusner-Reinfeldt

Feuerwasser lassen sich die Schollener Jecken servieren, wenn sie "im Saloon" auf ihren 35. Geburtstag anstoßen. Cowboys und Indianer, Revolverhelden und Banditen gratulieren dem Karnevalsverein zum Jubiläum.

Schollene l "Wir feiern 35 Jahr im Saloon des SKK". Das ist das Motto der diesjährigen Saison des Schollener Karnevalsvereins. Noch knapp zwei Wochen sind Zeit, um letzte Nadelstiche an den Kostümen zu setzen, Tanzschritte einzustudieren und Texte auswendig zu lernen. Denn am 26. Januar verwandelt sich die Mehrzweckhalle erstmals in den Wilden Westen, auch an den beiden darauffolgenden Sonnabenden lassen die Jecken die Pistolen knallen und die Pfeile fliegen.

Der 35. Geburtstag des Vereins ist für den Vorsitzenden Olaf Brunow, seine Frau Astrid und Anke Heidepriem Anlass, mit der Volksstimme in der Chronik zu blättern. Die ist kunterbunt, enthält sie doch auf den ersten Seiten neben Schwarz-Weiß-Bildern auch die großen Plakate, die Christine Kowalkowski alljährlich passend zum Motto gestaltet hat. Dass seit 1978 alljährlich die Narren in der Seegemeinde los sind, haben die Schollener vor allem einer Person zu verdanken: Christa Heidepriem. Sie hatte als Vorsitzende des Dorfclubs vor 35 Jahren zusammen mit der Band "electrics" die Idee, Karneval zu feiern. 1978 wurde der Verein aus der Wiege gehoben und erstmals Fasching im Saal der "Linde" gefeiert. Schon damals dabei waren zwei Akteure, die heute noch mit auf der Bühne stehen: Torsten Heidepriem und Elferratsmitglied Burghard Grigo. Dieser stellte zusammen mit seiner Frau Heidrun auch das erste Prinzenpaar. 30 Jahre später schlüpften beide noch einmal in das Kostüm, um die Regentschaft zu übernehmen. Torsten Heidepriem gehört zum engagierten Team, auf Fotos ist er in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen, außerdem tratscht er zusammen mit seiner Frau Anke als "Hertha und Melitta" alljährlich über das Dorfleben.

1989 übergab Christa Heidepriem, die heute bei ihrer Tochter lebt, die Präsidentenkappe an Uwe Schneider. Auch er führte die Jecken mit viel Herzblut an, bis Olaf Brunow 2010 den Vorsitz im Verein und im Elferrat übernahm.

Auf den vielen Fotos aus den Anfangsjahren immer wieder zu sehen ist Hannes Meyer, aus dessen Feder so manche Büttenrede stammte, und Karl-Heinz Gorges - immer mit dem Akkordeon im Arm. Besonders nett anzusehen sind auch die Bilder, auf denen das Männerballett abgebildet ist. "Der Schweinetango" gehört zu den legendärsten Auftritten, "davon erzählen die Schollener heute noch", erzählt Astrid Brunow.

Lange Zeit hatten die Faschingsfeiern im Saal der "Linde" stattgefunden, 1993 folgte der Umzug in die Turnhalle. Das Dachgeschoss bauten sich die Vereinsmitglieder selbst aus. "Zu DDR-Zeiten haben wir bis zu sieben Sitzungen abgehalten. Wir sind auch nach Havelberg, Schönhausen und Mangelsdorf gefahren", erinnert sich Anke Heidepriem. Die gemeinsam gesungene und geschunkelte Hymne "Santa Schollene" gehört schon lange zum Abschluss eines jeden Programms dazu, früher sang man zur Melodie des Schneewalzers "Dreht euch, küsst euch!"

Rund 60 Schollener wirken alljährlich am Programm mit, hinzu kommen 20 Helfer hinter den Kulissen.

Felix Mucha und Ulrike Behrendt werden in dieser Saison als Prinzenpaar darauf achten, dass die närrischen Regeln befolgt werden. In den Saal geleitet wird das Paar von einer neuen Prinzengarde - Mädchen der 7. Klasse, die von Mona Lemme auf ihren Auftritt vorbereitet werden. Die Village Boys stehen auch 2013 wieder auf der Bühne und sorgen für passende Tanzmusik. Die dritte Prunksitzung am 9. Februar ist ausverkauft, für die zweite am 2. Februar gibt es noch Restkarten, zum Auftakt am 26. Januar sind noch einige Plätze frei. Sichern kann man sich die bei Brunows unter Telefon (039389) 41393 nach 18 Uhr. Eines sollten die Narren nicht vergessen: Es herrscht Kostümzwang! Beim Thema "Wilder Westen" dürfte es nicht schwer sein, passende Kleidung zu finden. Und wer sich besondere Mühe gibt, kann sich sogar noch über ein Präsent freuen.

Auch die Schollener Kinder feiern Fasching und gestalten ein närrisches Programm - am 9. Februar ab 14 Uhr.