Schollene l Karneval im Irrenhaus – der SKK hält alles aus! Rund um dieses Motto ranken sich all die Darbietungen, die das Publikum am Sonnabend und an den folgenden zwei Wochenenden erleben wird. Für die Jecken des 1978 gegründeten Vereins steigt die Spannung – vergessen sind die wochenlangen schweißtreibenden Proben, die Suche nach Kostümen, das mühsame Anfertigen der Kulissen und der wieder einmal originellen Deko der Turnhallenwände.

Zu den Schollener Jecken, die nun schon seit zig Jahren das Karnevalfieber nicht mehr loswerden, gehören die Fringels. Da steht mit Klein Hanna schon die dritte Generation in den Startlöchern – als Prinzessin Anna ist die fast Dreijährige beim Kinderfasching am nächsten Sonnabend als Gast dabei, „im nächsten Jahr macht sie dann bestimmt beim Programm der Kindertanzgruppen mit“, erzählen ihre Mama Kathi und Omi Sabine Fringel. Die fünfte Jahreszeit ist ihnen die liebste, von September bis Aschermittwoch dreht sich alles um Karneval.

Moderation mit Olaf Brunow

Weil damals alle ihre Freundinnen mitgemacht haben im gerade gegründeten Karnevalverein, tanzte auch Sabine Fringel schon als Jugendliche im „Damenballett“ zusammen mit ihrer Schwester Antje mit. Kein Jahr wurde ausgelassen. Auch nicht, als die beiden Töchter Kathi und Lisa unterwegs waren, „hochschwanger habe ich als Hexe verkleidet den Einlass gemacht“. Und so manches Mal hat bei den Proben der Kinderwagen am Rand des Saals gestanden. Auch Sabine Fringels damaliger Partner Ortwin Goldbach ließ sich von der Leidenschaft für den Karneval anstecken und ist bis heute im Elferrat dabei – stolz seinen tanzenden Töchtern zusehend. Sabine Fringel hat einst getanzt, hat in der Bütt gestanden, war Vorstandsmitglied und seit 2011 moderiert sie zusammen mit Präsident Olaf Brunow die Prunksitzungen. „Das hatten wir zur Zirkus-Session einfach mal ausprobiert. Es kam beim Publikum so gut an, dass wir seitdem gemeinsam als Duo durch das Programm führen“, dieses Jahr als Leiter der Irrenanstalt!

Fringel-Schwestern tanzen

Die Töchter sind mit dem Karneval groß geworden. „Lisa war vier Jahre alt, als sie mit Sascha Martschinkowski Rock ‘n‘ Roll getanzt hat“, erinnert sich Sabine Fringel, dass ihre Töchter zusammen mit anderen Schollener Kindern auch als Abba oder Kelly-Family auf der Bühne standen. Seit sie erwachsen sind, gehören sie zur Tanzgruppe „Sarasotas“. Unvergessen auch Kathis Auftritt zusammen mit Matthias Peyer zu „Dirty Dancing“. Auch wenn Lisa in Hamburg und Kathi nun in Stendal leben, nehmen sie sich nur zu gern die Zeit und kommen zum Proben und dann natürlich zu den Prunksitzungen nach Hause. Seit 2015 wirbeln Lisa und Kathi auch als Duo übers Parkett. Denn die Fringel-Schwestern lieben es, zu tanzen. Als „Dick und Doof“ mussten sie drei Zugaben geben, der Applaus wollte nicht enden. Nach der Baby-Pause 2016 folgte 2017 „Hulapalu“ und 2018 „Stand by me“, dieses Jahr wird „bunt und verrückt“ – was sonst in der Irrenanstalt? Nur zu zweit vor Publikum zu stehen statt in der Tanzgruppe, lässt die Herzen höher schlagen, „aber wenn die Musik anfängt, legen wir los und haben zusammen mit dem Publikum einfach nur Spaß!“ Wie nah sich die Schwestern stehen, ist bei jedem Schritt und Tritt zu spüren. Kathi Fringel, heute Erzieherin, erinnert sich nur ungern an die Zeit, als sie in Eckernförde ihre erste Ausbildung zur Restaurantfachfrau machte. „Da konnte ich nicht jeden Sonnabend nach Hause kommen – ich hab Rotz und Wasser geheult, wenn ich nicht dabei sein konnte.“ Für Lisa ist es heute zeitlich auch nicht ganz einfach, von Hamburg nach Schollene zu kommen, „an den Wochenenden im Januar ist sie aber da, da wird dann besonders intensiv geübt“.

Klar gab es in all den Jahren mal die eine oder andere kleine Panne. „Als ich zusammen mit Sandra Martschinkowski zu ,Big Spender‘ ganz erotisch tanzte, wunderte ich mich, warum das Publikum so lachte“, erzählt Sabine Fringel. „Mein Body war aufgegangen und rollte sich hoch – ich hab das erst gar nicht gemerkt! Aber ich hab es überspielt und die Anzugsordnung tanzend wieder hergestellt, es gab Extra-Applaus. Manchmal hakt auch die Technik oder der Text wird vergessen – das gehört einfach dazu. Wir sind schließlich alles Laien und keine Profis, da erwartet auch niemand Perfektion.“

Bis zur Premiere sind es nur noch ein paar Stunden. Dann ernten die SKK-Jecken wieder den Lohn für ihre Mühen.