Klietz l Auch nach so vielen Jahren gehen der Klietzer Schule, die sich zum 19. Mal um den Titel "Umweltschule  in Europa" bewirbt, die Ideen nicht aus. Die beiden diesjährigen Projekte, mit denen sie sich um den Titel bewerben, sind „Heimische Vogelwelt“ und ihr vor wenigen Tagen eingeweihter Lehmofen, mit dem sich die Viertklässler zum Abschied quasi ein Denkmal gesetzt haben. Da staunte Annegret Göker von der Deutschen Stiftung Umwelterziehung, als sie auf den Schulhof kam. Hier, inmitten der auch von den Schülern geschaffenen grünen Oase, steht ein Lehmofen. Der Teig ist schon vorbereitet, gleich wird die Pizza reingeschoben. Die Schüler der AG Schulgarten und Viertklässler, die an der Präsentation der Projekte teilnahmen, erzählen voller Eifer, wie sie mit fachlicher Hilfe den Ofen gebaut haben: Steine schleppen, Lehm matschen, Stein auf Stein setzen, Mauern verputzen, Dach decken. Schulsozialarbeiterin Jacqueline Stempin hat alles im Bild festgehalten, natürlich auch das erste Feuer. Sie begleitet engagiert all die Umweltprojekte, denen sich die Schule widmet. Und das ist eine ganze Menge, was da seit Anfang der 90-er Jahre zusammengekommen ist.

Annegret Göker freute sich, dass nicht nur die neuen Dinge im Mittelpunkt stehen, sondern auch die zahlreichen Projekte der Vorjahre mit Leidenschaft weiter verfolgt und umgesetzt werden.

Hochbeete aus alten Steinen gemauert

Auf dem Schulhof sind es unter anderem das Naschobst, junge Bäume samt Beschriftung, der Wall um die Sandspielfläche und Nistkästen. Und im Schulgarten gibt es neben dem Teich, dem Krokodil aus Ton, der Kräuterspirale, der Benjeshecke und dem Insektenhotel inzwischen auch vier Hochbeete – natürlich auch selbst gemauert aus Steinen, die von alten Scheunen der Region stammen. „Solche hohen Beete hätte ich auch gern in meinem Garten“, steht Annegret Göker begeistert vor dem Beet mit den Erdbeeren. Zwei hohe Beete sind gerade erst angelegt worden, nun ist der Platz ausgeschöpft. Es sind vor allem die Kinder der Schulgarten-AG, die hier tätig sind. Sie säen, ziehen Pflanzen vor und bringen sie in die Erde, pflegen sie und – dann kommt das Beste – ernten die Früchte.

Bilder

Die Liste der Dinge, die die kleinen Naturschützer neben dem Lehmofenbau im zurückliegenden Schuljahr so alles für die Natur getan haben, ist lang: Nisthilfen für den Wiedehopf bauen, Äpfel sammeln und daraus zusammen mit Jörg Banik Saft pressen, Blumenzwiebeln stecken, Schulhof säubern, wandeln auf dem Fledermauspfad, Verschnitt der Büsche im Schulgarten, Anlegen einer Wildblumenwiese zusammen mit der Bundeswehr am Armeesportplatz ...

Klietz ist Gastgeber der Preisverleihung

Auch wenn das zweite Projekt „Heimische Vogelwelt“ erst im kommenden Schuljahr so richtig in Angriff genommen wird, verabschiedete sich Annegret Göker wieder einmal mit lobenden, anerkennenden Worten von den Klietzern.

Ein Wiedersehen gibt es schon im September zur Auszeichnungsveranstaltung für die sachsen-anhaltischen Schulen. Große Freude: Dieses Jahr sind die Klietzer Gastgeber. Dass sie selbst die Urkunde erhalten, dürfte wohl keine Frage sein.