Havelberg l Die Hansestadt Havelberg bietet seit einigen Jahren freie Flächen im Gewerbegebiet Oberfeld an. Es handelt sich um insgesamt etwa 120 000 Quadratmeter Fläche; das Gebiet ist voll erschlossen. Seitdem hat es immer mal wieder Anfragen insbesondere von potenziellen Investoren von Photovoltaikanlagen, aber auch anderen, gegeben. Eine Flächennutzung war bislang jedoch ausgeblieben.

Trafostation muss noch gebaut werden

Bis vor kurzem. Denn die in Hamburg ansässige Firma Enerparc AG hat sich zu einer Investition im „Oberfeld“ entschlossen und an die 1,3 Hektar Fläche – das entspricht rund 13 000 Qua­dratmeter – für einen Solarpark erworben. Bauherrin und künftige Betreiberin ist eine Tochtergesellschaft der Enerparc AG.

Die Anlage mit einer vorgesehenen Leistung im Megawatt-Segment (ein Megawatt) steht, ist aber bislang nicht in Betrieb genommen worden. Dafür machen sich noch einige Restarbeiten erforderlich. Hauptsächlich handelt es sich dabei um den Bau einer Trafostation für den Solarpark, welchen auch die Bauherrin zu erledigen hat. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf etwa 650 000 Euro.

Ziel sei es, dass die Anlage im Frühjahr dieses Jahres ihren Betrieb aufnimmt.

Anlage deckt Bedarf von 332 Haushalten

Der erwartete Jahresertrag des Solarparks liegt bei etwas über einer Gigawattstunde. „Bilanziell können damit etwa 332 durchschnittliche Haushalte ihren Jahresbedarf decken“, so Pressesprecherin Katharina Schmalz vom Hamburger Unternehmen.

Der von der Stadt Havelberg beschlossene Bebauungsplan für das Gewerbegebiet stammt übrigens noch aus dem Jahr 2003. „Die grünordnerischen Festsetzungen wurden gemäß der Stadt Havelberg bereits erfüllt“, informiert die Pressesprecherin. „Abgestimmt ist die Pflanzung einer Sicht- und Blendschutzhecke im südöstlichen Anlagenbereich, angrenzend zur Pritzwalker Straße/ B 107. Hierfür werden aktuell Angebote eingeholt, die Pflanzung wollen wir in diesem Jahr vornehmen.“ Damit wird dann zumindest die jetzige nicht gerade als sehenswert zu bezeichnende Ansicht des Solarparkes am Ortsein- beziehungsweise -ausgang etwas verdeckt.

Stadtwerke sind zur Abnahme verpflichtet

Wenn Sonnenenergie in Elektroenergie umgewandelt wird, dann muss es für letztere auch einen Abnehmer geben. „Es ist der erste Solarpark in unserem Gebiet. Als örtlicher Netzbetreiber sind wir zur Abnahme bis zu einer bestimmten Größe, wie sie aber hier vorliegt, verpflichtet“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke Havelberg, Sebastian Horn. Es gehöre eine gute Vorbereitung dazu, die erzeugte Energie dann auch im eigenen Mittelspannungsnetz unterzubringen. „Der Standort direkt an der Pritzwalker Straße ist ein gesamtwirtschaftlich gesehen noch recht günstiger Anschlusspunkt“, findet er. Andererseits komme es auf die Menge der Netzeinspeisung an. Schließlich liefere eine Photovoltaikanlage nicht immer die gleiche Menge an Strom, zum Beispiel dann, wenn es neblig oder stark bewölkt ist. „Ich kann aber sagen, dass unser öffentliches Netz inzwischen so gut ist, dass es selbst Höchstabnahmen an Strom stand hält. Der Pferdemarkt etwa ist in jedem Jahr ein gutes Beispiel dafür.“

Investieren müssen jedoch auch die Stadtwerke, um vom Trafo des Solarparkes den Anschluss zur Einspeisung in ihr Netz herzustellen. Im Endeffekt würden sich diese Kosten dann in den Netzentgelten wiederfinden, die in verträglicher Weise an die Kunden weitergegeben werden.