Havelberg l Groß einkaufen gehen konnten die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Havelberger Tafel dieser Tage. Dauerware wie Nudeln, Fischkonserven, Marmelade, Kaffee und Wurst bereichern das Angebot für diejenigen, die wöchentlich auf die Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen sind. Möglich macht dies die Spende über 1450 Euro von der Havel-Apotheke. Damit hat die Maskenaktion jetzt ihren Abschluss gefunden.

Die Apotheker Christina und Gerald Friedl hatten sehr frühzeitig zu Beginn der Corona-Krise zum Nähen von Alltagsmasken aufgerufen, weil sie überzeugt davon sind, dass sie zum Schutz vor Covid 19 beitragen. Die Resonanz war groß. Zeitweise waren es knapp 30 Näherinnen, die Mund-Nasen-Schutz in Heimarbeit anfertigten. Insgesamt kamen so über 1600 Masken zusammen, die sich in der Apotheke zum Vekaufsschlager entwickelt hatten. Zur Erinnerung: Im März/April waren die Masken, obwohl es zunächst noch keine Pflicht zum Tragen gab, Mangelware. Die Apotheke bezahlte die Näherinnen zum Teil, manche wollten jedoch kein Geld dafür. Somit entstand ein Spendentopf, der nun ausgeschüttet wurde. 500 Euro gingen bereits an den Kirchturmverein in Sandau – Sigrid Hellwig vom Verein hatte Dutzende Masken genäht –, und auch die 1000 Euro für den Jugendklub in Nitzow (Volksstimme berichtete) stammen aus der Nähaktion. 1450 Euro gingen an die Tafel.

Bei den Näherinnen hatten sich Friedls bereits im Sommer mit einem gemeinsamen Eisessen bedankt. „Ein großes Dankeschön geht auch an unsere Belegschaft. Die Mitarbeiterinnen haben zum Teil nur noch in Masken gedacht. Die Nachfrage war groß und manchmal mussten wir unsere Kunden vertrösten, weil wir erst die nächste Lieferung abwarten mussten“, denkt Christina Friedl zurück. Das Apothekerpaar ist froh, mit dem Geld Einrichtungen unterstützen zu können, die durch Corona Schwierigkeiten hatten und vom Lockdown betroffen waren.

Weniger Lebensmittel

„Solche Dauerware bekommen wir sehr selten von den Märkten, deshalb freuen wir uns, dass wir das zukaufen konnten“, sagt der Vorsitzende der Tafel Gerhard Imig. Zwar ist es nicht unbedingt das Ansinnen der Tafel, Lebensmittel zu kaufen. Doch reichen die von Märkten bereitgestellten aussortierten Lebensmittel nicht aus, um alle Bedürftigen zu versorgen. Es sind um die 200 Kinder und Erwachsene aus dem Bereich Havelberg und dem angrenzenden Brandenburgischen. 20 Ehrenamtliche kümmern sich um den Tafelbetrieb in Havelberg. Jeden Sonnabend ist Ausgabe der Lebensmittel – wegen der Pandemie immer noch draußen vor der Tür.

Seit Corona gibt es weniger Lebensmittel, stellen auch andere Tafeln fest, berichtet Gerhard Imig. Nachgelassen hat auch die Solidarität der Tafeln untereinander. Wurden sonst oft Waren getauscht, wenn es etwa von einer Firma viele Produkte gab, ist das heute kaum noch der Fall. „Ein gutes Verhältnis haben wir aber vom ersten Tag an zur Tafel in Waren/Müritz. Sie unterstützt uns seit unserer Eröffnung am 1. Juli 2006.“