Automaten stehen nur noch im Kernbereich

Die Zahl der Parkautomaten wurde auf der Stadtinsel nach einem Beschluss des Stadtrates vom November 2010 bereits reduziert. Seitdem sind die Stellplätze Hinter der Kirche, in der Schulstraße und in einem Teil der Domstraße werktags von 9 bis 16 Uhr zeitlich begrenzt auf zwei Stunden mit Parkscheibe zu nutzen.

Gebührenpflichtige Parkplätze gibt es noch in der Langen Straße, auf dem Kirchplatz, in der Mühlen-, Scabell- und in einem Teil der Domstraße. Parkscheine sind in der Zeit von 9 bis 16 Uhr zu bezahlen.

Die Stellflächen in der Fischerstraße sind Anwohnern mit Parkausweisen vorbehalten, wobei diese auch alle anderen Parkplätze nutzen dürfen.

Seit 2002 führt das Ordnungsamt eine Statistik über die eingenommenen Parkgebühren. In dem Jahr wurden 18 000 Euro eingenommen. 2010 waren es 9400 Euro, 2014 dann 6800 Euro.

Havelberg l Ob das Parkleitsystem auf der Stadtinsel und damit auch die Parkautomaten noch den heutigen Erfordernissen entsprechen, war am Dienstagabend Thema in der Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Tourismus im Havelberger Rathaus. Hintergrund ist die Absicht der Stadtverwaltung, neue Parkautomaten anzuschaffen, weil die alten nach über 20 Jahren ausgedient haben. Von einst zwölf sind ohnehin nur noch sieben verblieben.

Immer mal wieder funktionieren sie nicht mehr, müssen repariert werden. Ersatzteile gibt es nicht mehr. Hier würdigte Ordnungsamtsleiter André Gerdel das handwerkliche Geschick von Sachgebietsleiter Dieter Härtwig, der die Automaten öfter schon wieder in Gang gesetzt hat. „Bevor wir aber in neue Parkautomaten investieren, sollten wir überlegen, ob sie überhaupt noch erforderlich sind und das vorhandene Parkleitsystem noch aktuell ist“, sagte er.

Einnahmen nebensächlich

Er erinnerte daran, dass die Automaten einst dazu dienten, den ruhenden Verkehr auf der Stadtinsel zu regulieren. Mit den kostenpflichtigen Kurzzeitparkplätzen sollte erreicht werden, dass die Stellflächen nicht durch Anwohner oder Berufstätige zugeparkt werden. Das war vor allem ein Wunsch der Gewerbetreibenden. Aufgrund immer weniger werdender Geschäfte stellt sich jedoch die Frage, ob eine solche Regulierung noch nötig ist, sagte der Amtsleiter und verwies zugleich darauf, dass sich die Parkraumsituation etwa durch den Umzug von Rossmann in der Langen Straße verändert hat.

Die Amortisierung der Park­automaten wäre über einen längeren Zeitraum gesichert, antwortete André Gerdel auf die Frage von Ursula Rensmann. Allerdings würde die Einnahmesituation bei den Überlegungen nicht im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die Regulierung des ruhenden Verkehrs.

Ratsmitglied Sven Wuttke schlug vor, die Lange Straße für Dauerparkplätze freizugeben. Für Parkautomaten im Kernbereicht wäre er dennoch, „sonst wird die Stadt zugeparkt“. Hans-Günther Rose hält es angesichts der Bemühungen um die Belebung der Stadtinsel für sinnvoll, die Automaten abzuschaffen. „Die Einnahmen sind nicht die großen Summen für den Haushalt, um die Attraktivität der Altstadt zu erhöhen, wäre es ein Mosaikstein.“ Jürgen Kerfien schlug vor, den bislang kostenfreien Parkplatz in der Uferstraße mit einem Automaten auszustatten, da dieser vielfach vom Durchgangsverkehr genutzt werde. Diesen gebührenfrei zu halten, war einst der Vorschlag, um „Dauerparker“ von der Stadtinsel fernzuhalten, sagte André Gerdel.

Er schlug vor, ein Jahr gänzlich auf Parkautomaten zu verzichten, um zu testen, wie sich das auf den ruhenden Verkehr auswirkt. Das bereits in den Haushalt eingestellte Geld für neue Parkautomaten bliebe per Verpflichtungsermächtigung erhalten, falls man nach dem Jahr zu der Schlussfolgerung kommt, diese doch nutzen zu wollen. Ursula Rensmann ergänzte, dass in einigen Bereichen die Regulierung jedoch per Parkuhr erfolgen sollte.

Vorschläge, denen alle Ausschussmitglieder folgten. Eine entsprechende Beschlussvorlage soll erarbeitet werden. Ausschussvorsitzender Norbert Schulz verwies darauf, die Einhaltung der dann beabsichtigten Parkdauer von einer Stunde im Kernbereich regelmäßig zu kontrollieren.