Keine Unterstützung vom Jobcenter

Zur Bundesgartenschau 2015, als der Dom mittendrin im Geschehen lag, hatte sich das Team der Ehrenamtlichen gebildet, um dem Besucheransturm gerecht zu werden. 275 000 Besucher wurden in der Zeit im Dom gezählt.

Während da und auch in den Jahren danach Unterstützung vom Jobcenter kam – im vorigen Jahr war es eine Kraft für 20 Stunden pro Woche – gibt es diese in diesem Jahr nicht.

Wer dem Domteam helfen möchte, kann sich im Domladen im Paradiessaal direkt, unter der Telefonnummer 01522/766 19 89 oder per Mail an domladen@havelberg-dom.de melden.

Havelberg l Acht Ehrenamtliche sind zu wenig, wenn der Havelberger Dom in der Urlaubssaison normalerweise täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet werden soll. Noch dazu, wenn keine Unterstützung vom Jobcenter kommt. Deshalb hat sich das Domteam in dieser Saison darauf geeinigt, von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 13 bis 17 Uhr für die Besucher da zu sein, sonnabends von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. „Das ist gerade so zu schaffen“, sagt Kathrin Städler, die sich im Rahmen ihres Projektes der Spirituellen Erwachsenenbildung in der Kirchengemeinde auch um die Domöffnung mit Ehrenamtlichen kümmert. Ausfallen darf da niemand.

Für das Wahrzeichen der Hansestadt sind diese Öffnungszeiten ein zu geringes Angebot. Das weiß nicht nur die Kirchengemeinde, sondern bekommen auch die Mitarbeiter der Touristinformation täglich zu hören. Deshalb besuchte Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos) die Ehrenamtlichen bei ihrer jüngsten Dienstberatung und bot Hilfe an bei der Suche nach Freiwilligen. Mit der Leiterin der Touristinfo Marina Heinrich und Mitarbeiterin Grit Lübeck fertigte er eine Liste an mit möglichen Kandidaten. Erste Anrufe brachten zunächst Absagen. Doch wollen sie die Hoffnung nicht aufgeben, zwei, drei, vier Freiwillige finden zu können, versicherte Marina Heinrich im Gespräch mit Kathrin Städler und Gerda Schürmann. Letztere ist seit Jahren im Domteam dabei und sichert die Öffnungszeiten gern mit ab.

„Der Kontakt mit den Menschen macht mir Spaß und ich freue mich, wenn ich Wissen über den Dom und die Stadt weitergeben kann. Außerdem sind wir eine sehr gute Truppe, verstehen uns gut“, sagt Gerda Schürmann.

Viele Besucher

Doch kann es gerade jetzt in den Sommermonaten auch anstrengend werden, wenn innerhalb einer Stunde 50 Besucher in den Dom möchten. In den Domladen im Paradiessaal können wegen Corona nicht viele Leute gleichzeitig hinein, zudem müssen sich alle in eine Anwesenheitsliste eintragen. „Manchmal redet man sich den Mund fusselig und es wäre schön, wenn wir pro Schicht zu zweit wären.“ Abschrecken soll das allerdings nicht. Wer sich eine Mitarbeit vorstellen könnte, wird eingewiesen und arbeitet ohnehin zunächst mit einer der acht erfahrenen Frauen zusammen.

Es müsse auch niemand Angst haben, eine Frage nicht beantworten zu können. Es gibt einen „Spickzettel“ mit den wichtigsten Daten und ein Tablet, mit dem man auch nach einer Antwort googeln kann. „Wenn es ganz speziell wird, schicke ich die Besucher hoch ins Prignitz-Museum zu Antje Reichel, die Museumsleiterin weiß auf jeden Fall eine Antwort“, berichtet Gerda Schürmann. Viele Touristen wollen aber gar nicht so viel wissen, sondern lieber über dies und das erzählen. Wer im Domteam mitarbeiten möchte, sollte also schon mit Menschen reden können und vor allem freundlich sein. Eine kirchliche Bindung ist übrigens kein Muss.

„Der Andrang ist groß. Wir merken sehr deutlich, dass viele dieses Jahr wegen Corona Urlaub zu Hause machen. Auch ohne Bus- und Schiffsreisende und trotz verkürzter Zeiten haben wir die gleichen Zahlen wie sonst. Da wir selbst auch Touristen sind, können wir den Ärger der Urlauber über die kurzen Öffnungszeiten gut nachvollziehen. Gerade Fahrradfahrer wollen entweder morgens, bevor sie weiterfahren, oder abends, wenn sie ankommen, in den Dom“, zeigt Kathrin Städler Verständnis für den Ärger und hofft, dass das Domteam Verstärkung findet.