Kamern l Ein Vortrag über die Nutzung der sozialen Medien wie Instagram, Facebook und Twitter bildete den Auftakt des Tourismustreffs, zu dem die Hansestadt Havelberg, die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land und die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Elb-Havel-Winkel am Dienstag gut 30 Interessierte aus der Tourismusbranche begrüßt haben. Im Gemeindesaal erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes zu diesem Thema – ein Einstieg. Workshops zum Umgang mit den sozialen Medien sollen folgen.

Wie groß die Reichweite von Internet und Social Media ist, stellten die Tourismus-Verantwortlichen Jenny Freier aus dem Elbe-Havel-Land und Marina Heinrich aus Havelberg anhand von Zahlen vor. 22.638 Seitenaufrufe gab es 2018 auf die neue Internetseite Elb-Havel-Winkel. Täglich sind es um die 100 bis 200 Zugriffe. Einen großen Ausschlag in der Kurve gab es Mitte Oktober, nachdem im Rahmen der Küchenspione die Blogger „Ferien am Wasser“, die viele Follower haben, über ihre Erlebnisse im Elb-Havel-Winkel berichtet hatten. Da gab es fast 800 Zugriffe auf die Seite des Elb-Havel-Winkels. Ein Zeichen dafür, wie Blogger-Aktionen wirken können. Das soll weiter ausgebaut werden.

Marina Heinrich berichtete von 156.000 Besuchern auf der Internetseite der Hansestadt. Klarer Favorit ist hier der Pferdemarkt mit allein über 73.000 Zugriffen.

Liebste Freizeitaktivitäten

Eine Bloggeraktion haben die Touristiker des Elb-Havel-Winkels zusammen mit der LAG über Leader auch für dieses Jahr geplant: den erfolgreichen Küchenspionen folgen die Freizeitspione. Dafür soll Ende April dazu aufgerufen werden, liebste Freizeitaktivitäten vorzuschlagen. Touren auf dem Havel- und Elberadweg sind dafür ebenso denkbar wie eine Bootsfahrt auf der Havel, ein Besuch im Haus der Flüsse, Baden am Strand in Kamern oder Wandern auf dem Frau-Harke-Sagenpfad – die Angebote in der Region sind vielfältig. Im Sommer erfolgt dann die Nominierung der zwölf beliebtesten Freizeitaktivitäten und im Spätsommer gehen die Freizeitspione gemeinsam mit Bloggern auf Entdeckungstour, stellte Jenny Freier den Zeitplan vor.

Ein anderer Schwerpunkt ist das Radwegeknotenpunktprojekt, für das es nach langem Warten im September 2018 die Bewilligung der Leader-Fördergelder gab. Ein erster Netzentwurf liegt vor. Eine Firma prüft derzeit die auf dem Papier entstandenen Ideen auf ihre Qualität und fährt dafür Strecken mit dem Fahrrad ab. Das Projektgebiet umfasst große Teile des Landkreises Stendal mit neun Kommunen sowie das Jerichower Land mit drei Kommunen. Ein Anschluss an bestehende Systeme in der Prignitz und im Havelland ist vorgesehen. Geplant ist, mit touristischen Anbietern Themenrouten zu entwerfen. Beschilderungskataster, Genehmigungsverfahren, erste Faltkarten sind für dieses Jahr vorgesehen. 2020 sollen erste Gebiete mit dem Netz ausgestattet werden, blickte Jenny Freier voraus.

Kunst im Gartensommer

Mit „Kunst im Gartensommer“ wurde ein weiteres neues Projekt entwickelt, das im Juni im gesamten Elb-Havel-Winkel mit rund 30 Veranstaltungen aufwartet. Der Auftakt findet mit „Kunst für Demokratie“ im Schönhauser Bismarck-Park statt, der Abschluss in der Old School und am Erlebnispädagogischen Centrum ELCH unter dem Motto „Bon appetit“ mit Ausstellungen, Skulpturen, Chansons und einer französischen Tafel in Havelberg.

Die Hansestadt ist dieses Jahr das Ziel aller Teilnehmer des Elberadeltages, der am Sonntag, 5. Mai, am Haus der Flüsse stattfindet. Marina Heinrich berichtete zudem von weiteren Radfahrterminen in der Prignitz sowie vom Pferdemarkt, für den sich noch ein Brautpaar zur Hochzeit anmelden kann und die Pferdeshows noch attraktiver gestaltet werden.

Zu den 34 Teilnehmern gehörten neben lokalen Akteuren Touristiker aus der Prignitz, dem Havelland und aus Arneburg. Einig sind sich alle, dass es noch besser gelingen soll, Ländergrenzen zu überwinden und zum Beispiel Veranstaltungen gegenseitig anzukündigen. Bei Messen gab und gibt es gemeinsame Auftritte, wie zuletzt auf der ITB in Berlin, als sich Havelberg mit dem Tourismusverband Prignitz präsentierte.