Kamern l Überall im Haus riecht es noch nach frischer Farbe – erst kürzlich waren die letzten Handwerker abgezogen. In den mit Trockenbauwänden verschlossenen Fluren wurden Brandschutztüren eingebaut, diese sind mit den Feuermeldern an der Decke verbunden: Wird Qualm registriert, schließen die Türen umgehend.

Die Fenster besitzen nun Sonnenschutz oder eine Verdunkelung, neu ist zudem der Insektenschutz, berichtet Leiterin Esther Schmidt. Weil es eine energetische Sanierung war, wurde das einstige Schulhaus im Dachgeschoss gedämmt. An den teils abgehängten neuen Decken befinden sich diverse Löcher, diese dienen dazu, die Lautstärke zu minimieren. Komplett erneuert wurde auch die Heizungsanlage, jetzt wird mit Holzpelletts anstatt mit Erdöl geheizt.

Neues Büro für Leiterin

Saniert wurden auch das Büro der Leiterin, das Personal-WC erhielt einen neuen Standort, diese Räume bekamen neue Fenster. Alle Krippen-und Kita-Räume erhielten neue Bodenbeläge und überall wurden neue Türen eingebaut.

Natürlich wurden Hinweise der Erzieherinnen beim Umbau möglichst auch berücksichtigt. Die Gesamtkosten der energetischen Sanierung in Höhe von etwa 360 000 Euro werden der Verbandsgemeinde über das Förderprogramm „Stark V“ komplett erstattet.

Seit dem 20. November waren die Krippen- und Kindergartenkinder in der Kita Klietz untergebracht, was für deren Eltern lange Anfahrtswege nach sich zog. Für die größeren Kinder war ein Kleinbus im Einsatz, doch war die Resonanz verhalten gewesen. „Die Zusammenarbeit mit den Klietzer Kollegen hatte super geklappt, wir wurden dort gut aufgenommen“, berichtet Esther Schmidt. Natürlich wurde Klietz von den Kindern ausgiebig erkundet.

Hort war beim Umbau im Jugendklub

Dennoch sind alle froh, wieder in den eigenen vier Wänden zu sein, auch das Hin- und Hergefahre entfällt nun für die Eltern. Ein großes Dankeschön geht für den enormen Aufwand und die viele Mühe an alle Muttis und Vatis sowie die Kollegen.

Beim Umzug halfen auch die Eltern, indem sie den Hof herrichteten. Im Haus selbst räumen die Kollegen alles ein, auch die Gemeindearbeiter halfen beim Umzug. Oben unterm Dach haben die Hortkinder ihr neues Domizil, vorher war hier der Kindergarten untergebracht. Unter Anleitung von Erzieherin Yvonne Schönbein räumten die Kinder gestern gerade ihre Schränke ein. Einer war allein den Dinosauriern vorbehalten, ein anderer kleinen Pferdchen. Natürlich wurde zuvor alles ausgewischt.

Der Hort war während des Umbaus im Jugendklub am See untergebracht gewesen. Gemeldet sind hier aktuell 17 Kinder, wovon einige aber schon mit der Familie verreist sind. Sieben Kinder kommen in die Schule.

Es gibt einige Gründe zum Feiern

Als erstes hatten die Kinder in Kamern aber ihren Hof in Beschlag genommen, das Gelände ist weit größer als jenes in Klietz und war nach der Flut von 2013 umfassend saniert worden. Viele Kinder griffen zu den Spielbesen – als ob sie die Großen beim Saubermachen unterstützen wollen. Andere halfen beim Gießen der Pflanzen, zudem gibt es einige Hochbeete.

Vom 23. Juli bis zum 3. August sind in der Kita Kamern Betriebsferien. Vorher wird aber noch gefeiert, denn es gibt gleich einige Gründe: Der Kindertag muss nachgeholt werden, an dem Tage befand sich die Kita genau 65 Jahre in diesem Haus, was vorher die Schule beherbergt hatte. Außerdem müssen die sieben Einschüler verabschiedet werden. Und so manch Einheimische und ehemalige Kollegen möchten sich natürlich gern das „neue“ Haus anschauen. Der Termin für den Familiennnachmittag sowie Tag der offenen Tür wird dieser Tage noch mit den Kollegen beraten und abgestimmt.

Weil die Einrichtung wieder vor Ort ist, gab es gleich Anmeldungen. Derzeit sind es knapp 50 Kinder.