Gesundheitsversorgung

Weshalb dem Landrat beim Thema Havelberg der Kragen geplatzt ist

Der Stendaler Landrat Patrick Puhlmann hält Aussagen der Freien Wähler zum Vorhaben der Johanniter in Havelberg für Luftschlösser.

Von Andrea Schröder
Landrat Patrick Puhlmann steht in Sachen Gesundheitsversorgung in Havelberg auch mit dem Verein "Pro Krankenhaus" in engem Kontakt. Kürzlich übergaben ihm Vertreter Unterschriften für eine mdeizinische Grundversorgung in der Region.
Landrat Patrick Puhlmann steht in Sachen Gesundheitsversorgung in Havelberg auch mit dem Verein "Pro Krankenhaus" in engem Kontakt. Kürzlich übergaben ihm Vertreter Unterschriften für eine mdeizinische Grundversorgung in der Region. Foto: Andreas König

Havelberg - Er gehe sonst nicht so schnell an die Decke, doch die Aussagen der Freien Wähler beim Gesundheitsforum in Havelberg lassen Landrat Patrick Puhlmann (SPD) den Kragen platzen. Unter der Überschrift „Ein Grundstück in Havelberg zu finden, ist sicher nicht schwer“ hatte die Volksstimme über das Forum berichtet.

Der Landrat nimmt dazu wie folgt Stellung: „Über ein Jahr lang behauptete der bis vor kurzem noch für Krankenhäuser zuständige Geschäftsführer der Johanniter GmbH Dr. Krössin: Es brauche nur eine Ausnahmegenehmigung für Außenstellen des Stendaler Krankenhauses und das Krankenhaus Havelberg wäre problemlos wieder da. Diese Ansicht stellt sich immer mehr als Einzelmeinung von Herrn Dr. Krössin heraus. Nun hat er inzwischen andere Zuständigkeiten innerhalb der Johanniter GmbH und es gibt keinerlei Anzeichen, dass die jetzige Führung ein vollwertiges Krankenhaus für eine realistische Option hält.“

Der Landrat kritisiert, dass dieser Umstand die Vertreter der Freien Wähler Hennig von Katte von Lucke und Nico Schulz nicht davon abhalte, „ohne mit der Wimper zu zucken einfach weiter das alte Märchen von Portalkliniken und Geriatrie-Außenstellen zu erzählen. Als Ursache für das Scheitern dieser Luftschlösser sehen sie nicht die Realität, sondern allein parteipolitische Machenschaften“.

Freie Wähler stellen alles in Frage

Aus Sicht von Patrick Puhlmann wäre Geschlossenheit wichtig, auch mit den Menschen vor Ort. „Ohne sie fallen wir in der Region Havelberg hinten runter. Nach über einem Jahr haben wir endlich eine Lösung auf dem Weg – der Kreistag und das Land haben sich gerade dazu bekannt. Deshalb platzt mir jetzt auch endgültig der Kragen, wenn hier schon wieder alles in Frage gestellt wird. Was uns Hennig von Katte von Lucke und Nico Schulz hier präsentieren, sind unrealistische Scheinlösungen. Damit verunsichern sie zum hundertsten Mal die Menschen vor Ort und verprellen wieder alle die, die wir zum Aufbau einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung brauchen. In den letzten Tagen musste ich wieder etliche Telefonate führen, um zu versichern, dass der Landkreis auch weiter ein ambulantes Zentrum mit 24 Stunden-Anlaufpunkt und Überwachungsbetten unterstützt.“

Als Mitglied des Johanniter-Ordens müsse Hennig von Katte von Lucke wissen, dass die Behauptung von einer Außenstelle des Johanniter-Krankenhauses in Stendal vom Tisch ist. Der Landrat hebt in diesem Zusammenhang hervor, „dass sich die Johanniter an vielen Stellen ganz wunderbar für die Region engagieren und fester Anker unserer Gesundheitsversorgung sind“.

Salus informiert über Eckpunkte des Konzeptes für Havelberg

Am Donnerstag will die landeseigene Krankenhausgesellschaft Salus in Havelberg in einem Pressegespräch über erste Eckpunkte des Konzeptes für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung informieren, das bis August vorliegen soll. In Bezug darauf hoffe der Landrat, „dass am Ende auch eine gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Krankenhausbetreibern im Landkreis möglich ist - für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung für Havelberg und für den ländlichen Raum“.