Havelberg gehört zu den 40 Preisträgern

Mit dem Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ wurden Projekte gesucht, die die Stadtnatur und die biologische Vielfalt – insbesondere Insekten – schützen und fördern und städtisches Grün zukunftsorientiert weiterentwickeln.

Von 332 eingesendeten Projektideen aus 310 Kommunen deutschlandweit wählte eine Fachjury die 40 besten aus.

Ausgezeichnet wurden 34 Städte und Gemeinden, vier Kreise, eine Verwaltungsgemeinschaft und ein Bezirk, informiert das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“. Vertreten sind kleine Kommunen mit bis zu 5000 Einwohnern und große Städte mit bis zu 500 000 Einwohnern.

Das Preisgeld in Höhe von jeweils 25 000 Euro stellt das Bundesumweltministerium bereit.

Die Hansestadt Havelberg hat sich in Kooperation mit dem Biosphärenreservat Mittelelbe/Haus der Flüsse mit der „FlederSchmausWiese“ beworben. Sie legt den Fokus auf die Entwicklung einer arten- und strukturreichen Wildblumen-Kräuterwiese. Schwerpunkte sind nachtschwärmende Insekten sowie die Installation einer öffentlichen Horchstation mit Fledermaus-Ultraschalldetektor und Infotafeln.

Havelberg l Was hat Havelberg mit Dortmund, Dresden, Hannover, Chemnitz und Erfurt gemeinsam? Diese und 34 weitere Kommunen sind Preisträger im Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“. Die Freude bei den Vertretern der Hansestadt und ihrem Kooperationspartner Biosphärenreservat Mittelelbe/Haus der Flüsse ist groß, wie Ordnungsamtsleiter André Gerdel am Mittwoch im Rathaussaal sagte. Dort fand die Auszeichnung coronakonform in kleinem Rahmen statt. Per Videobotschaft gab es eine kurze Grußbotschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Robert Spreter, Geschäftsführer des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“, gratulierte per Video der Hansestadt mit einer Urkunde. Der symbolische Scheck über das Preisgeld von 25 000 Euro ging per Post bei der Stadt ein.

Bei dem Wettbewerb, mit dem die Artenvielfalt insbesondere bei Insekten gefördert werden soll, konnte die Projekt­idee von der „FlederSchmausWiese“ offensichtlich damit punkten, dass nicht einfach nur eine Blühwiese geschaffen werden soll, sondern Raum für Pflanzen, die besonders nachtschwärmenden Insekten Nahrung bieten – und somit den Fledermäusen, schätzt Ordnungsamtsleiter André Gerdel ein. Gleichzeitig wird die Spül­insel, auf der das Projekt umgesetzt werden soll, attraktiver für Einwohner und Touristen. Geplant sind außerdem die Installation einer öffentlichen Horchstation mit Fledermaus-Ultraschalldetektor und Infotafeln. „Nicht nur Pflanzen und Tiere profitieren von mehr Grün in der Stadt, es macht die Stadt auch lebenswerter“, so André Gerdel.

Die Idee für dieses Projekt stammt von Fabian Sieg, Leiter der Naturwacht in der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe, Fachbereich Nord. Als Fledermaus-Experte weiß er um die Bedeutung von Blühwiesen für nachtschwärmende Insekten als Nahrungsgrundlage für Fledermäuse, berichtet der Leiter des Fachbereichs Nord Philipp Ritzmann.

Mit Ultrschalldetektor

Im Eingangsbereich zur Spülinsel, auf der sich der Campingplatz sowie die Domizile von Sportvereinen befinden, vom Parkplatz Bahnhofstraße aus soll ein erster Blühstreifen angelegt werden. Dort sollen auch die Fledermaus-Horchstation mit Ultraschalldetektor und Infotafel entstehen. Eine weitere Fläche ist hinter der Brücke an der Straße geplant. Die größte Fläche befindet sich direkt auf der Insel.

Die Blühwiesen werden für einen Zeitraum von 20 Jahren angelegt. Eingeladen zur kleinen Auszeichnungsveranstaltung waren auch Vertreter des Bauhofes, der in die Umsetzung und spätere Pflege der „FlederSchmausWiese“ involviert ist.

Für das nächste Jahr ist die Vorbereitung der Flächen vorgesehen. Die Ansaat soll im Herbst geschehen. Für 2022 ist dann die Installation der Horchstation und der Infotafeln geplant.