Sandau l Als ein Bewohner eines Einfamilienhauses in der Breiten Straße in Sandau den Ölofen im Wohnzimmer nachfüllen wollte, kam es laut Polizeibericht zu einer Verpuffung. Versuche, den offenen Brand mit Wassereimern zu löschen, blieben erfolglos, hieß es weiter. Die Flammen griffen auch auf den Flur über. So musste kurz nach 18 Uhr die Feuerwehr alarmiert werden.

Als die Sandauer Feuerwehrleute zum Gerätehaus eilten, welches sich ebenfalls in der Breiten Straße befindet, drangen schon Flammen aus den Fenstern und der Tür. Deshalb wurde vom Einsatzleiter, dem Stadtwehrleiter Alexander Bahr, die Alarmierungsstufe von B auf C erhöht. Was bedeutete, dass nicht nur umliegende Wehren – also Havelberg, Wulkau, Schönfeld und Kamern –, sondern auch noch Klietz und Scharlibbe nach Sandau eilen mussten.

Mehrere Wehren alarmiert

Dass bei einem Wohnungsbrand mehrere Wehren alarmiert werden, ist nötig, weil diverse Atemschutzträger benötigt werden. Allein diesmal wurden fünf Trupps bei den Löscharbeiten eingesetzt. Den Erstangriff nahm Sandau vor – vom Gerätehaus bis zum Einsatzort waren es keine hundert Meter. Danach übernahmen zwei Trupps aus Havelberg sowie je einer aus Wulkau und Kamern.

Insgesamt wurden bei den Löscharbeiten 55 Feuerwehrleute eingesetzt, war auf Nachfrage vom Sandauer Gruppenführer Martin Oelsner zu erfahren. Die Elbestädter waren mit zwölf Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen als erste am Brandort eingetroffen. Nicht inbegriffen waren bei der genannten Summe die 18 Klietzer Aktiven, welche nach dem Eintreffen wieder abrücken konnten.

Wärmebildkamera erstmals im Einsatz

Aus Klietz blieb allerdings die neu angeschaffte Wärmebildkamera in Sandau, wo sie im Nachhinein noch gute Dienste leisten sollte. Denn als gegen 20.30 Uhr die letzten Einsatzkräfte abrückten, wurde noch einmal die Temperatur in der Decke gemessen – diese lag bei bis zu 45 Grad Celsius.

Vorsorglich wurde von den Sandauern eine Stunde später nochmals nachgemessen, wobei sich noch einige versteckte Glutnester anfanden. Weitere Teile der Decke sowie der Seitenverkleidung mussten zu deren Bekämpfung entfernt werden.

Neben den freiwilligen Feuerwehren war auch der Johanniter-Rettungsdienst aus dem benachbarten Havelberg vor Ort. Zwei männliche Anwohner wurden vorsorglich ins Havelberger Klinikum gefahren, welches sie kurz danach wieder verlassen konnten.

Im Polizeibericht heißt es weiter, dass das Wohnhaus derzeit unbewohnbar ist. Es entstand laut ersten Schätzungen ein Sachschaden von etwa 50 000 Euro. Die Anwohner kamen vorerst bei Verwandten unter.

Die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei haben inzwischen ihre Ermittlungen zum Brandausbruch aufgenommen.