Havelberg l Sigrid Weidenbach ist ein „Kind“ der Havelstraße, die sich in unmittelbarer Nähe des Yachthafens befindet. „Ich war schon immer gerne am Wasser, hätte es mir aber nie träumen lassen, dass ich einmal hier im Hafen arbeiten werde.“ Die Havelberger Inseltouristik HIT als Betreiber der Anlage hat an den bestehenden Steg einen extra Platz für das Büro angebaut. Dazu wurde damals die Steganlage im Eingangsbereich des Yachthafens verbreitert.

„Im Büro habe ich die Schwimmwesten für die Kunden des Bootsverleihs sowie kühle Getränke und Eis für die Wasserwanderer untergebracht. An der Außenwand des Holzhäuschens befindet sich eine Infotafel, von der die Bootsführer die Pegelstände, Wetterbericht, Öffnungszeiten, Telefonnummern von Notärzten und dem KMG-Klinikum sowie Informationen über die Region ablesen können“, beschreibt Sigrid Weidenbach ihren Arbeitsplatz.

Die großen blühenden Blumentöpfe vor dem Büro und auf dem Steg hat sie in ihrer Bescheidenheit nicht mit erwähnt. Sie werden aber von den Gästen bewundert und die Hafenmeisterin wird oft darauf angesprochen. „Hier muss eine Frau im Yachthafen arbeiten“, stellen die Anleger schon von Weitem fest. Vor dem neuen Büro bietet eine großzügige Überdachung auch Schutz vor Regen oder zu starker Sonne, und auch hier blüht und grünt es. Drei Gästetische haben dort Platz gefunden, wo einst die alte Anmeldung stand und sie werden wohlwollend von den Besuchern angenommen.

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Dass der Havelberger Yachthafen auch in diesem Jahr ein beliebter Anlaufpunkt für die Wasserwanderer war, beweisen die über 1300 Yachten und Boote, die am Steg festgemacht haben. „Das Buga-Jahr können wir nicht als Vergleich heranziehen, denn das war der Höhepunkt seit Bestehen des Yachthafens. Aber ich hatte auch wieder Gäste aus fernen Ländern und so konnte ich Besucher aus Kanada, aus der Millionenstadt Toronto, begrüßen“, freut sich Sigrid Weidenbach. Die Wasserwanderer kamen wieder aus allen Himmelsrichtungen. Deutschland, Dänemark, Schweiz und Holland sind aber führend in der Gästezahl. „Viele Besucher waren in den Vorjahren schon hier und loben immer wieder die Ruhe in der Region und die Sehenswürdigkeiten in der historischen Hanse- und Domstadt. Auffallend viel Kinder waren in diesem Jahr mit dabei.“

Schönheitskur für „Kati“

Lobende Worte gibt es auch immer wieder für die Reinlichkeit der Sanitäranlagen am Steg. Dafür sorgt schon über viele Jahre die Havelbergerin Dagmar Klostermann. Bei den etwas schwierigeren Arbeiten, wie etwa das Benzin für die Motorboote holen und andere Dinge, springt gerne einmal Sigrid Weidenbachs Ehemann Eddi ein.

Der Bootsverleih lief ebenfalls gut und so waren ständig die führerscheinfreien Motorboote und auch der Katamaran „Kati“ unterwegs. Obwohl der auch führerscheinfrei ist, wird hin und wieder der Anwohner Jürgen Welle als Kapitän gebucht. Er kümmert sich auch um den Erhalt und um notwendige Reparaturen. Für „Kati“ gab es von Jürgen Welle sogar eine Schönheitskur, bei der sie etwa neue Seitenteile erhielt. Die Wassertreter wurden weniger genutzt, obwohl es auch tolle Fahrzeuge sind. „Der Yachthafen war nicht nur an den Wochenenden total voll, sondern auch oft in der Woche. Etwas ruhiger war es beim Wasserniedrigstand der Elbe“, blickt Sigrid Weidenbach zurück. Sie erinnert sich auch noch gut an sehr betagte Anleger, die Schwierigkeiten hatten, am Steg festzumachen. Am Abend wurde dann aber auf deren Yacht eine große Party gefeiert, die bis in den frühen Morgen andauerte.

Der Chef der Havelberger Inseltouristik Sebastian Heldt hat für die Hafenmeisterin immer ein offenes Ohr und freut sich sehr darüber, das Siggi, wie sie kurz genannt wird, auch im kommenden Jahr wieder die Gäste im Yachthafen begrüßt.