Lichterfelde l Mit dem illegal entsorgten Müll ist es wie mit der Hydra aus der griechischen Mythologie, der zwei Köpfe nachwachsen, wenn ihr einer abgeschlagen wird. Je mehr Anstrengungen Kommunen und inzwischen immer öfter ehrenamtliche Helfer unternehmen, um den Unrat aus der Landschaft zu verbannen, desto mehr wird abgelegt.

Besonders fündig wurde jetzt Jens-Uwe Schneider, der als Gemeindearbeiter in der „Altmärkischen Wische“ zwar für Sauberkeit und Ordnung sorgt, aber nicht für die Müllentsorgung zuständig ist. Gleich säckeweise holte er dieser Tage an der Verbindungsstraße zwischen Falkenberg und Dobbrun sowie am Rengerslager Weg nach Hinweisen eines aufmerksamen Landwirtes Abfall aus dem Graben.

Ein Sack war geborsten. Den Inhalt klaubte Schneider mühselig zusammen, um dabei festzustellen, dass das meiste wohl ohne Zusatzkosten als Wertmüll hätte entsorgt werden können – vorausgesetzt, man ist bei der ALS-Dienstleistungsgesellschaft des Landkreises gemeldet. Gestern kamen am Dobbruner Weg noch ein ausgedienter Kinderpool und neue Abfallsäcke dazu.

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Was besonders makaber anmutet: Einige Säcke ziert das Logo vom Blauen Engel, das seit vielen Jahren eigentlich für besondere Umweltfreundlichkeit beispielsweise beim Recycling von Wertstoffen steht.

Jens-Uwe Schneider hat jetzt jedenfalls die Faxen ebenso dicke wie Bürgermeister Willi Hamann, der gern Anzeige erstatten würde, wenn er wüsste, gegen wen.

Letzteres herauszubekommen dürfte schwer sein, wenn sich nicht gerade ein Zeuge findet, der den Umweltsünder entlarven hilft. Ganz unmöglich muss das aber auch nicht sein. Bevor der Gemeindearbeiter den Unrat, zu dem unter anderem ausgedientes Spielzeug, kaputte Hausgeräte, Rudimente einer Waschmaschine oder Autoteile gehören, zur Entsorgung an den Landkreis gibt, will er die „Beute“ durchsieben. Vielleicht findet sich ja ein Hinweis auf den Verursacher.

Mit der Gestellnummer der Waschmaschine habe man vielleicht schon eine erste Spur, hofft Willi Hamann.