Mieste l Pünktlich um 9 Uhr begann am Montag der 30-minütige Wahlsonntag für die Mädchen und Jungen der Klasse 9b der Miester Sekundarschule „Am Drömling“. Denn sie nahmen wie zuvor schon die 9a im Rahmen des Sozialkundeunterrichts an der Juniorwahl zur anstehenden Europawahl teil. An dieser dürfen die Neuntklässler im realen Leben zwar noch nicht teilnehmen. Dazu sind sie erst mit ihrer Volljährigkeit berechtigt. Aber an der ebenfalls anstehenden Kommunalwahl, mit der der Kreistag, der Stadtrat und die Ortschaftsräte gewählt werden, dürfen einige von ihnen schon ihre Stimmen abgeben, wenn sie bereits 16 Jahre alt sind.

 Das ist beispielsweise bei Jonas Schulze und Niklas Schulze der Fall, die die Ersten waren, die sich bei Schulsozialarbeiterin Marie Sprössel mit Wahlberechtigungsschein und Personalausweis für die Europawahl registrieren ließen. Von ihr bekamen die Jugendlichen den selben Wahlschein, wie ihn die Wahlberechtigten am kommenden Sonntag, 26. Mai, erhalten werden. Anschließend wurde im Raum von Sprössel unter realen Bedingungen gewählt. Dort waren zwei Wahlkabinen für die geheime Wahl aufgestellt. Und Wahlleiter Matthias Mücke stand an der ordnungsgemäß verplombten Wahlurne, um den akkuraten Wahlgang zu dokumentieren. Im Rahmen seines Sozialkundeunterrichts fand das Projekt statt.

Für das Leben lernen

Mücke hatte die Miester Sekundarschule für die Juniorwahl, die mit der U18-Wahl vergleichbar ist, die einige Tage zuvor in der Gardelegener Bibliothek stattfand (wir berichteten), beim Verein Kumulus angemeldet, der seit 1999 bundesweit die Juniorwahlen organisiert. Von diesem gab es in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt auch das umfangreiche Unterrichtsmaterial und im Vorfeld eine Schulung für Mücke. An der Juniorwahl zur Europawahl 2019 nehmen 2760 Schulen teil. Aus Sachsen-Anhalt sind es 77 Schulen. Ins Wahlergebnis fließt die Juniorwahl nicht ein. Doch daraus ergibt sich ein Stimmungsbild. Das Gesamtergebnis wird am Wahlsonntag um 18 Uhr auf der Webseite der Juniorwahl sowie auf Facebook veröffentlicht.

Im Vorfeld hatten sich die Neuntklässler ausführlich mit den Wahlen und den Fragen, wie zum Beispiel was gewählt wird, wie gewählt wird, für wie lange die Parlamentarier und Volksvertreter gewählt werden, was die Grundsätze einer demokratischen Wahl sind und welche unterschiedlichen Vorstellungen von Demokratie es gibt, beschäftigt. Auch der korrekte Ablauf der Wahlen gehörte dazu. Mit ihrem Wissen konnten sich die Schüler gute Noten erwerben und für das Leben lernen.