Förderprogramm

Aktionsgruppe Rund um den Drömling muss sich nach Klötzer Ausstieg neu orientieren

Die Stadt Klötze will in der LAG Rund um den Drömling nicht mehr mitmischen. Für das Leader- Förderprogramm in der Region bedeutet das eine Zäsur.

Von Markus Schulze 03.07.2021, 05:00
Blick durch das Fernglas in Richtung Drömling. Der war in der Lokalen Aktionsgruppe Rund um den Drömling bisher Aushängeschild und Gemeinsamkeit und soll das auch in neuer Konstellation, ohne die Stadt Klötze, bleiben.
Blick durch das Fernglas in Richtung Drömling. Der war in der Lokalen Aktionsgruppe Rund um den Drömling bisher Aushängeschild und Gemeinsamkeit und soll das auch in neuer Konstellation, ohne die Stadt Klötze, bleiben. Foto: Markus Schulze

Klötze - Selbst für Eingeweihte kam der Entschluss des Klötzer Stadtrates, die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rund um den Drömling nach fast 15 Jahren zu verlassen und sich stattdessen der neuen Groß-LAG in den Grenzen des Altmarkkreises anzuschließen, überraschend. Dabei hatte der Hauptausschuss zuvor noch mehrheitlich empfohlen, diesen Schritt nicht zu wagen, sondern lieber im vertrauten Gebilde zu bleiben. Der Klötzer Stadtrat entschied sich jedoch anders, wie zuvor schon der Stadtrat in Gardelegen.

Für Gerhard Reinecke, Vorsitzender der LAG Rund um den Drömling, ist das ein herber Schlag. „Ich bin enttäuscht, dass es uns nicht gelungen ist, die Stadträte in Gardelegen und Klötze für eine Weiterführung der bereits im Jahr 2006 gegründeten LAG zu gewinnen“, räumt der Calvörder in einer Pressemittelung ein.

Knackpunkt: Einwohnerzahl

Zumal es nicht nur sein persönlicher Wunsch gewesen sei. Auch die Verantwortlichen des Biosphärenreservates Drömling hätten den Klötzer Stadtrat gebeten, die Kooperation im Drömling als gemeinsame Aufgabe weiterzuführen. Doch es nützte nichts. Der Klötzer Stadtrat ließ sich nicht überzeugen.

Aber wie geht es nun für die LAG Rund um den Drömling weiter, die sich eigentlich mit alten Partnern neu aufstellen wollte? „Wir werden jetzt gemeinsam mit der Stadt Oebisfelde-Weferlingen und der Verbandsgemeinde Flechtingen intensiv prüfen, ob wir uns in diesem Verbund am Leader-Wettbewerb, der voraussichtlich im Oktober 2021 startet, mit einer neuen Arbeitsgruppe beteiligen“, lässt Reinecke dazu wissen.

Ein Knackpunkt bei der Auswahl der künftigen Leader-Regionen ist die Einwohnerzahl. Diese, so will es das Land Sachsen-Anhalt, sollte mindestens bei 30.000 liegen. Die Stadt Oebisfelde-Weferlingen sowie die Verbandsgemeinde Flechtingen kämen zusammen aber nur auf 26.000 Einwohner. Reinecke hofft aber, dass Ausnahmen möglich sein werden. Genau das hatte Thomas Schulze, Leader-Verantwortlicher im Finanzministerium, am 9. Juni im Klötzer Stadtrat in Aussicht gestellt. Demnach hätten auch Leader-Gruppen, die die 30.000 Einwohner unterschreiten, eine Chance auf Zulassung, zumindest dann, wenn sie es sachlich und fachlich begründen können. Diese Voraussetzung sieht Gerhard Reinecke im Falle von Oebisfelde/Flechtingen als gegeben an. Denn mit den gemeinsamen Aufgaben, insbesondere für das künftige Unesco-Biosphärenreservat Drömling, habe man einen solchen Faktor.

Konzept bis 2027

Und was sind die nächsten Schritte? „Sobald die beiden Gebietskörperschaften ihre Mitwirkung an der neu zu formierenden Leader-Region erklärt haben, soll sich eine Initiativgruppe der Vorbereitung des Entwicklungskonzeptes für den Zeitraum bis 2027 zuwenden“, erklärt Reinecke. In diesen Prozess sollen Wirtschafts- und Sozialpartner, wie die Verwaltung des Biosphärenrats, Vereine, Verbände, Kirchen und Unternehmen, eingebunden werden, kündigt er die Vorgehensweise an.