Klötze l Der international erstklassige Ruf der Algenfarm ist auch in Tunesien angekommen. Denn die 23-jährige Hiba Zrig absolviert seit 1. März für fünf Monate ein Praktikum in der Firma Roquette an der Lockstedter Chaussee. Die Tunesierin ist nicht die einzige Praktikantin, die in der Purnitzstadt 2020 zu Gast ist. Wie Algenfarm-Geschäftsführer Jörg Ullmann sagte, war im ersten Quartal schon ein Praktikant aus der Türkei zu Gast. Der Geschäftsführer wollte eigentlich in wenigen Tagen noch einen Mann aus Mexiko in dem Unternehmen begrüßen. Aber auf Grund der Corona-Pandemie durfte der nicht nach Deutschland einreisen.

Das hat Hiba Zrig gerade noch geschafft. Denn wenige Tage nach ihrer Ankunft in Deutschland wurde das Einreiseverbot verhängt. So ist die 23-Jährige sehr froh, erst einmal in Deutschland zu sein. Sie hat sich in den knapp zwei Monaten schon gut in Klötze eingelebt. Zwar konnte sie sich die Region noch nicht so genau anschauen, aber ihr Eindruck von der Altmark ist positiv.

Menschen in Klötze sind sehr freundlich

„Trotz Problemen bei der Verständigung, sind die Menschen in Klötze sehr freundlich. Ich fühle mich in der schönen und ruhigen Stadt gut aufgehoben“, sagt die perfekt englisch sprechende Studentin. Besonders schätzt Hiba Zrig die Natur und Stille sowie die saubere Luft ohne Staus auf den Straßen. Aber auch das Abseits einer Stadt ohne Hektik.

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Auf die altmärkische Algenfarm ist die Prozess-Ingenieur-Studentin für Industrie-Biologie am Internationalen Institut für angewandte Wissenschaft und Technologie in Tunis (INSAT) im Internet gestoßen. Dort hatte sie die Klötzer Algenfarm entdeckt und auch die Bücher des Geschäftsführers Jörg Ullmann gelesen. „Die Bewertungen der Firma waren sehr gut. Sie hat weltweit einen exzellenten Ruf. Deshalb habe ich mich auch für Klötze entschieden, und ich bin über die Zusage der Firma froh“, betont die 23-Jährige voller Stolz.

Das fünfmonatige Praktikum in der westlichen Altmark trägt zur Diplom-Abschlussarbeit, die Hiba Zrig im September schreiben wird, bei. Damit beendet sie ihr Studium in der tunesischen Hauptstadt. „Das Pflichtpraktikum ist der letzte Teil des Studiums im Bereich Forschung, das ich präsentieren muss“, sagt die junge Frau.

Das Thema Algen ist für Hiba Zrig kein Neuland. Damit hat sie sich nicht nur während des Studiums beschäftigt. Auch während eines Praktikums in ihrer nordafrikanischen Heimat.

„Bei uns wird sie mit ihren ausgezeichneten Vorkenntnissen verschiedene Projekte in Sachen Forschung, wie die Entwicklung und Produktion der Spirulina-Alge, begleiten. Zudem arbeitet sie an der Prozessoptimierung in der Firma mit“, beschreibt Jörg Ullmann ihr Aufgabenfeld.

Ein weiterer Schwerpunkt ist für Hiba Zrig, DNA-Analysen von verschiedenen Algenarten mit aufzubauen. Mit ihrem Diplom in der Tasche sucht die junge Tunesierin dann ab September weltweit einen Job in der Algenbranche.

Zwar konnte sie bei der Ankunft Anfang März nur Berlin für wenige Stunden erkunden. Doch die deutsche Bundeshauptstadt würde sie, genau wie auch Amsterdam, gern noch näher kennenlernen. Doch das ist wegen der aktuellen Corona-Krise momentan nicht möglich.

Aber vielleicht kommt sie später noch einmal als anerkannte Algenspezialistin nach Deutschland und Klötze zurück. Dann bleibt auch Zeit für einen Urlaub und um das Land näher zu erkunden. Jörg Ullmann und die Mitarbeiter der Klötzer Firma würden sich darüber sehr freuen. Es passt zum weltweit agierenden Unternehmen in der altmärkischen Provinz.