Kusey l Die große Hitze ist vorbei, die Temperaturen haben sich gemäßigt. Dennoch steht es um die Gewässer nicht zum Besten. Ein Beispiel sind die Angelteiche in Kusey. „Die Situation ist genauso bescheiden wie 2019“, sagt Olaf Wißwedel, Vorsitzender des örtlichen Angelvereins.

Gab es im April noch die Hoffnung, dass es im Sommer 2020 nicht so schlimm werden würde, wurden diese Hoffnungen in den folgenden Wochen zunichte gemacht. „Es gab ein paar Gewitter, aber keinen ergiebigen Landregen“, erinnert Wißwedel.

Wasserstand nahm rapide ab

Die anhaltende Trockenheit führte dazu, dass der Wasserstand in den Teichen rapide abnahm. Von unten kommt nichts nach. Der Grundwasserstand ist extrem niedrig. Neue Fische wurden nicht eingesetzt, der Bestand wird geschont, das Angeln wurde eingestellt. Wenigstens ist noch genug Sauerstoff im Wasser. „Die verbleibenden Fische haben sich mit der Situation arrangiert“, hat Wißwedel festgestellt.

Die Kuseyer Angler wissen kaum noch Rat, die Möglichkeiten sind begrenzt. „Wir haben mit der Feuerwehr gesprochen, um Wasser in die Teiche zu pumpen. Dabei würde aber Sediment aufwirbeln und den Fischen die Kiemen zusetzen“, nennt Wißwedel ein Beispiel, das nicht aufgeht.

Regen ist einzige Chance

Ohnehin ist es schwierig, die Teiche künstlich zu füllen. Dafür braucht es eine Genehmigung, die aber kaum zu bekommen ist. Schon gar nicht in trockenen Phasen. Ganz aktuell ist es gemäß einer Verfügung des Kreises verboten, Grundwasser zu entnehmen. Außerdem, so ahnt Wißwedel, würde das Wasser trotz der Lehmschicht direkt wieder versickern oder verdunsten. Seine Schlussfolgerung: „Eine technische Lösung ist rechtlich problematisch und würde unseren finanziellen Rahmen sprengen.“

Der Vorsitzende weiß: „Regen ist die einzige Chance, die wir haben.“ Gibt es auch in den nächsten vier Wochen keine nennenswerten Niederschläge – so lange kann die Lehmschicht das Wasser noch halten – verkommen die Teiche zur „Sahel-Zone“, wie sich Wißwedel bei der Jahreshauptversammlung 2019 ausdrückte.

Alternativen sind rar

Schon damals war die Trockenheit ein großes Thema und es wurde die Befürchtung geäußert, die Teiche eventuell aufgeben zu müssen. Das wäre schade. Denn: „Die Teiche haben prima funktioniert“, blickt der Vorsitzende zurück. Aber ohne Wasser sind es nun mal keine nutzbaren Angelteiche. In dem Fall müssten die Kuseyer die Teiche abfischen und den Besatz vielleicht nach Klötze oder Immekath bringen.

„Die Alternativen sind rar gesät“, macht Wißwedel deutlich. Die Trockenheit macht allen Gewässern zu schaffen. „Selbst im Drömling. Ohne den Rückstau aus dem Kanal wären die Gräben längst trockengefallen“, meint er. Und: „Es sieht überall traurig aus. Die Lage ist wirklich dramatisch.“