Klötze l Gummistiefel waren bei den Mitgliedern des Klötzer Angelvereins Purnitzgrund in den vergangenen Tagen groß in Mode. Ohne das praktische und schützende Schuhwerk hätten sich die Angler bei ihrem Arbeitseinsatz am Neuen Gewässer sonst sofort nasse Füße geholt, denn dabei standen sie auch im Wasser und Schlamm. In Angriff genommen wurde ein größeres Projekt: Auf einer Länge von knapp 70 Metern wurden an einem Stück des Ufers Faschinen eingebaut. Die unzähligen Reisigbündel sollen in Zukunft ein Abrutschen der Böschung verhindern, erklärte Stefan Jürges, Gewässerwart im Verein.

Eigentlich, so dachte man, sollten die Arbeiten das ganze Wochenende dauern. Doch schon am Freitagnachmittag waren die Angler so gut wie fertig. „Es ging schneller als geplant“, freute sich Jürges. Bereits am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr ging es los, sieben Leute waren im Einsatz. Am Freitag waren es zum Schluss schon doppelt so viele, die fleißig mit anpackten. „Mit dem Wetter hatten wir Glück, so konnten wir das durchziehen. Wir können stolz darauf sein, was wir in der Kürze der Zeit geschafft haben“, sagte Jürges. Manche Helfer seien sogar länger geblieben, um die Arbeiten abschließen zu können.

Angelverbot bis zum 1. Mai

Eine konkrete Anleitung, nach der sie sich richten konnten, hatten die Angler bei ihrem Einsatz nicht zur Hand. „Ein paar von den ‚alten Hasen‘ haben schon mal Faschinen gebaut“, sagte Stefan Jürges. Von diesen Erfahrungen konnte die Gruppe profitieren. Angeschaut habe man sich den Einbau vor einiger Zeit auch schon in Apenburg. Es sei „Learning by Doing“, brachte es der Gewässerwart auf den Punkt. Zum Aufbau gehören unter anderem Holzpfähle, die im Abstand von ungefähr 80 Zentimetern in den Teichboden geschlagen wurden. Dahinter, zum Ufer hin, wurden Reisigbündel viermal übereinander gestapelt. Darüber spannten die Angler zum Schutz noch eine Folie. Später werden die Faschinen rund fünf Zentimeter unter Wasser liegen, damit sie nicht so schnell faulen. „Wir rechnen damit, dass alles zirka 20 Jahre lang hält“, schätzte Stefan Jürges.

Die finanziellen Mittel dafür wurden vom Angelverein Klötze und Umgebung zur Verfügung gestellt, die Handarbeit brachten die Vereinsmitglieder ein. Eigentlich sollte der Arbeitseinsatz schon im November 2018 stattfinden. Doch die Reisigbündel und Pfähle wurden nicht rechtzeitig geliefert, dann war unklar, wie frostig der Winter wird. Trotz der Verschiebung sind die Arbeiten jetzt gut verlaufen, so das Fazit von Stefan Jürges.

Beliebtes Ausflugsziel

Für den Einbau der Faschinen war extra Wasser aus dem Teich abgelassen worden, um rund 80 Zentimeter wurde der Spiegel abgesenkt. Dafür musste zuvor ein Antrag gestellt werden. Zum Vergleich: An der tiefsten Stelle ist der rund 2,3 Hektar große Teich ungefähr zwei Meter tief. Am Sonntag, so kündigte Stefan Jürges an, sollte damit begonnen werden, ihn wieder zu befüllen. Gespeist wird das Gewässer von der Purnitz. Es wird wohl bis zu vier Wochen dauern, bis der Wasserstand wieder normal ist, schätzte Jürges. Regen, auf den er hoffe, könnte den Vorgang beschleunigen. „Trotzdem ist der Teich bis zum 1. Mai für das Angeln gesperrt“, so Jürges. Denn bald würden auch auf die Fische anfangen zu laichen. Vom Aal über Schleie, Karpfen, Zander, Hecht, Rotauge, Brasse und mehr sei fast die ganze Palette von Süßwasserfischen im Teich zu finden.

Komplett geschafft ist die Arbeit am Gewässer aber nie. Wasserpflanzen sollen nun eingebracht und die Begrünung des Ufers in Angriff genommen werden. Zu den regelmäßigen Pflegemaßnahmen zählt das Mähen des Rasens, Müll muss gesammelt werden. Gefällt wurde kürzlich im Zuge der Gefahrenabwehr eine große Pappel. Es gibt also immer etwas zu tun. „Es ist ein schöner Angelteich, der auch ein Ziel von vielen Nichtanglern ist, die hier einen Kaffee trinken“, sagte Jürges. Deshalb solle alles gut gepflegt sein. Ein weiteres Projekt, das ähnlich groß ist wie der Einbau der Faschinen, sei vorerst nicht geplant.