Oebisfelde l Die VW-Krise ist auch nicht am 230 Mitarbeiter starken Oebisfelder Zulieferer, der SLM-Kunststofftechnik GmbH, vorübergegangen, wie Geschäftsführer Thomas Brüsch einräumt. Doch „die Auftragsbücher sind weiterhin gut gefüllt“, so dass der Hallenneubau im Gewerbegebiet „Haselhorst 1“ keine finanz-wirtschaftliche Bremse bedeutet. Vielmehr werden die Lagerkapazitäten voll und ganz genutzt werden, weil SLM diese Kapazitäten wegen Aufträgen des bayerischen Automobilherstellers BMW dringend benötigt, freut sich Brüsch über diese neuen umsatzstarken Aufträge im Bereich der sogenannten Volumenfahrzeuge der 1er und 3er-Serien. „Selbstverständlich erhoffe ich mir, dass die Volkswagen-Stückzahlen sich wieder erholen“, gibt sich der Geschäftsführer zuversichtlich. SLM produziert bei einem vorläufigen Jahresumsatzvolumen von 30 Millionen Euro in 2015 etwa 15 Millionen Teile für die Autoproduktion. Von den Aufträgen des Oebisfelder Unternehmens profitieren zwischen 20 und 30 weitere Firmen und Betriebe regional und europaweit.

Der neue Logistikkomplex soll im Frühjahr kommenden Jahres nutzbar sein. Derzeit werden die Außenwände und die Dachkonstruktion installiert. „Wenn ich den Schlüssel in der Hallentür dann umdrehen werde, wird das mit Live-Musik von der Kultband ,Fury in the Slaughterhouse‘ passieren“, kündigt der auch sozial engagierte Brüsch an. Vor wenigen Tagen spendete er 12  400 Euro für eine Aktion zugunsten hilfsbedürftiger Kinder.

„Die gute Auftragslage und die Ausweitung der Lagerlogistik könnte durchaus dazu führen, dass wir weitere Arbeitskräfte einstellen werden“, schätzt Brüsch die Arbeitsauslastung seines Unternehmens für das kommende Jahr ein. Thomas Brüsch schaut auch mit unternehmerischen Blick auf das Nachbargrundstück. Er kann sich durchaus vorstellen, das riesige Grundstück der einstigen Betam-Gruppe in das SLM-Unternehmen zu integrieren. „Doch solche Schritte bedürfen einer gründlichen Planung und Analyse“, so Brüsch, „dann könnte aus ,Haselhorst 1‘ die ,SLM-Straße‘ werden.“ Der Antrag dafür liegt bei der Stadt.