Kusey/Steimke l Nicht nur die Stadt Klötze, sondern auch die Kirche im Pfarrbereich Steimke-Kusey möchte ab sofort Neugeborene aus der Region begrüßen. Über dieses neue Angebot informierte am Dienstag Pfarrer Bernd Schulz im neu eingerichteten Büro und Empfangszimmer im Evangelischen Landjugendzentrum (elz) in Kusey.

Die Idee dazu hatte Erika Schultze aus Immekath. „Warum nur für Verstorbene läuten?“, hatte sie gefragt. „Das Argument leuchtete uns sofort ein“, sagte Bernd Schulz. Fast ein Jahr überlegten die „Eingeweihten“ ein mögliches Prozedere. „Mit dem Konzept sind wir noch nicht ganz durch“, schränkte der Pfarrer ein, „aber wir wollten erst mal anfangen und sehen, wie es sich entwickelt.“

Fest steht schon jetzt, dass sich alle Eltern von Neugeborenen, egal ob sie kirchlich gebunden sind oder nicht, für ein Begrüßungsläuten anmelden und die Geburt ihres Kindes durch die Kirchenglocken in ihrem Wohnort verkünden lassen können. Um einen Termin zu vereinbaren, können sich Interessenten bei Pfarrer Schulz in Steimke informieren, bei den Kirchenältesten oder bei der Pfarramtssekretärin Silvia Bartels im Kuseyer elz. Sie ist dort dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr zu erreichen, Telefon 039005/270.

Damit das Begrüßungsläuten nicht mit einem „normalen Läuten“ zum Gottesdienst verwechselt werden kann, sollen die Glocken zur Babybegrüßung immer sonntags um 14 Uhr in der Kirche des Wohnortes erklingen. Wie das ablaufen soll, ist noch in der Probephase und kann individuell vereinbart werden. „Die Eltern können mit dem Kind zur Kirche kommen, bringen Geschwister, Freunde und Verwandte mit. Auf Wunsch kann das Läuten mit einem kurzen Gebet am Altar verbunden werden, mit einer Segnung des Kindes und der Familie, weil wir glauben, dass von dem Segen eine große Kraft ausgeht, die das Kind begleitet“, erläuterte der Pfarrer. „Wichtig ist: Das Läuten ist kein Ersatz für die Taufe. Wir wollen mit dem Läuten Anteil an der Geburt nehmen und zeigen, dass wir uns über jedes Kind freuen.“

Überlegt werde noch, ob Babys und Eltern sich einmal jährlich treffen. Auf Wunsch können gemeinsame Tauftermine für die Kinder vereinbart werden. Bisher gab es schon drei Anfragen.