Wanderung

Blumen sind das Lächeln der Erde

Die Wanderfreunde starteten ihre jüngste Tour in Everingen. Höhepunkt war die Blüte der Märzenbecher.

Von Gerhard Schnüber

Everingen/Klötze l Für den März hatten sich alle Wanderer der Gruppe dafür entschieden, wieder das Landschaftsschutzgebiet zwischen Everingen und Seggerde zu besuchen, in dem zur Frühlingszeit wieder die Märzenbecher blühen. Alle hatten noch die Flächen aus dem vergangenen Jahr in Erinnerung. Die Organisation wurde durch die ortskundigen Wanderer Doris und Gerd Vater aus Oebisfelde übernommen.

Der Treffpunkt war dieses Mal direkt im Ort Everingen an der Dorfkirche. Zu der Wanderung waren 41 Wanderfreunde gekommen. Nach einer kurzen Strecke durch den Ort ging es auf dem Pastorenweg in die Feldmark und auf einem Feldweg in Richtung Seggerde. Auf dem freien Feld war es recht windig und frisch. Trotzdem war das Wetter auf der Seite der Wanderer und der angekündigte Niederschlag blieb aus. Nach einer dreiviertel Stunde war der Park in Seggerde erreicht.

In dem Park befindet sich das Schloss Seggerde. Es wurde zwischen 1830 und 1840 im Stil des Spätbarocks erbaut. Früher befand sich dort eine Wasserburg.

Von dem Besitzer wurde dann auch der Park angelegt. Gerd Vater erläuterte einige Details zur Erschaffung des Parks. Die dort wachsenden Pyramideneichen, Blutbuchen, Sumpfzypressen und andere große, alte und interessante Bäume stammten zum Teil aus Baumschulen von Harbke und Althaldensleben. Das Schloss ist zu DDR-Zeiten für verschiedene Zwecke genutzt worden. Der Besitzer wurde 1945 von der damaligen sowjetischen Besatzungsmacht enteignet. Die Familie erwarb die Immobilie nach der Wende wieder. Das Schloss und teilweise auch dazugehörige Gebäude wurden für verschiedene kulturelle Veranstaltungen genutzt. So fand vor einigen Jahren der „MDR-Musiksommer“ dort statt.

Nachdem die Wanderer das Gelände des Parks verlassen hatten, gingen sie in Richtung Wald, in dem die Märzenbecher stehen. Es war wieder ein schöner Anblick. Die Flächen mit den blühenden Märzenbechern waren sehr groß und nahmen mehr als einen Hektar ein. Es war für alle beeindruckend. Märzenbecher sind Frühjahrsblüher, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Schneeglöckchen haben, aber beim zweiten Blick sieht man, dass sie kräftiger und die Blüten nicht so rein weiß sind. Märzenbecher sind in Deutschland an mehreren Orten wildwachsend und nehmen an diesen Stellen auch große Flächen ein. Sie lieben feuchte Standorte und können sogar extrem viel Feuchtigkeit vertragen. Da sie so früh die Blüte erreichen, bilden sie wie zum Beispiel auch die Weidenkätzchen eine wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten gleich nach dem Winter.

Alle freuten sich über die schönen weißen und grünen Flächen aus den blühenden Pflanzen. Mittags wurde der Ausgangspunkt der neun Kilometer langen Wanderung wieder erreicht. Einen Abschluss hatten die Wanderer beim Mittagessen in der Gaststätte „Zur goldenen Gans“ in Rätzlingen. Hierbei kamen die Eindrücke der Tour nochmal zur Sprache.

Die Drömlingswanderung findet am 10. April statt. Treffpunkt ist um 9 Uhr die Bushaltestelle Köckte.