Konzert

Dona nobis Pacem, gib uns Frieden

Der Männerchor Kunrau lud am Freitag zum ersten Mal zu einem Weihnachtskonzert ein. Das Publikum war begeistert.

Von Markus Schulze

Kunrau l Der Männerchor Concordia Kunrau existiert seit mehr als 120 Jahren - und ist noch immer für Überraschungen gut. So lud die Sangesgemeinschaft am Freitagabend zum ersten Weihnachtskonzert dieser Art ins festlich dekorierte Kunrauer Schloss ein. „Ein schöneres Ambiente kann es gar nicht geben“, konstatierte Vorstandsmitglied Norbert Hartmann vor Beginn der Veranstaltung.

Ungewöhnlich war, dass sich das Geschehen hauptsächlich im Foyer und nicht im Saal abspielte. Der Männerchor postierte sich an der Brüstung im zweiten Stock - oder auf der Treppe - und die rund 80 Zuhörer saßen rundherum. „Im Foyer ist die Akustik einfach besser“, begründete Vorsitzender Mike Böwing, der den Beginn des Liederrreigens mit Glockengeläut ankündigte. Ganz besonders begrüßte er die passiven und Ehrenmitglieder des Kunrauer Männerchores. Und auch Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels wollte sich das Ereignis nicht entgehen lassen.

„Wir wollen heute Abend eine Insel sein“, erklärte Böwing. Eine Insel der Ruhe und Besinnlichkeit als Gegenpol zur stressigen Adventszeit. „Wir möchten mit Ihnen die Feiertage einläuten und Ihnen ein paar schöne Stunden schenken“, sagte Böwing.

Und in der Tat. Das Publikum bekam einen bunten Mix aus deutschen und internationalen Titeln präsentiert. Zum Auftakt intonierte der Männerchor, der sich unter der Leitung von Cindy Hasenbalg-Giggel seit Monaten auf das Weihnachtskonzert vorbereitet hatte, den Klassiker „Guten Abend, schön Abend“. Es folgten „Alle Jahre wieder“ und später zum Beispiel auch „Dona nobis Pacem“.

Zwischendurch hatten Lea Grabow, Jamira Bratke, Frances-Summer Giggel, Emma Lessing, Anni Grabow und Emily-Stine Böwing ihren großen Auftritt. Die sechs Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren, deren Väter oder Opas dem Kunrauer Männerchor angehören, sangen „Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann“ sowie „Kling Glöckchen“ und erhielten dafür einen donnernden Applaus. Begleitet wurden sie von Elisabeth Bratke aus Steimke am Akkordeon. Auch in den zweiten Teil des knapp 90-minütigen Programms waren die Mädchen aus Kunrau, Jahrstedt und Steimke eingebunden, dieses Mal mit „Ihr Kinderlein kommet“, „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ und „In der Weihnachtsbäckerei“.

Der Kunrauer Männerchor begeisterte außerdem mit „Tausend Sterne sind ein Dom“, „Dörflein im Schnee“, „Süßer die Glocken nie klingen“ und der Uraufführung von „Alta trinita beata“. Ein weiterer Höhepunkt des Konzerts war ein Duett mit Cindy Hasenbalg-Giggel und Marco Helmke, die das Lied „Bonnie & Clyde“ in einer Version von Sarah Connor und Henning Wehland zum Besten gaben. Die Chorleiterin war auch solo zu hören, etwa mit „Lasst uns lauschen heilige Engel“. Für ein zusätzliches Schmankerl sorgte Horst Lorenz, der ein Märchen aus dem Jahr 1946 von Friedrich Wolf vorlas, nämlich „Weihnachtsgans Auguste“.

Zwischen den zwei Programmteilen gab es eine Pause, in der die Gäste leckere Schmalzbrote und Glühwein verköstigen konnten. Alle waren sich einig, dass dieses Weihnachtskonert eine äußerst gelungene Premiere war.