Klötze l „So einen Schmetterling habe ich noch nie gesehen“, freute sich der 84-jährige rüstige Klötzer, als er von seiner Entdeckung berichtete. Zwar hat Ernst Zimmerling schon einige Schmetterlinge in seinem Garten gesehen, aber einen schwarz-gelben Schwalbenschwanz noch nie. Dabei wohnt der 84-Jährige schon seit 1978 in dem Klötzer Eigenheimkomplex.

Ernst Zimmerling konnte die nicht alltägliche Schmetterlingsart nicht gleich zuordnen. „Ich habe keinen Computer, wo ich nachschauen kann“, bedauerte Zimmerling. Aber ein Handy. Damit suchte der rüstige Senior und Hobbygärtner nach dem Tagfalter und fand heraus, dass es ein Schwalbenschwanz-Schmetterling ist.

Absolute Gewissheit gab es dann vom Vienauer Naturschützer und Hobby-Ornithologen Michael Arens. Der war beim ersten Blick auf das Foto sofort sicher, dass es der seltene Schwalbenschwanz ist.

„Den gibt es wirklich nur noch sehr selten“, stellte der Naturschützer klar. Michael Arens selbst hat vor etwa zwei Jahren das letzte Mal so ein Exemplar in der Region des Kalbeschen Werders gesehen.

„Auf Grund ihrer Seltenheit zählen diese Schmetterlinge zu einer besonders zu schützenden Art, die aber noch nicht in der roten Liste als eine vom Aussterben bedrohten Schmetterlingsart steht“, ergänzte der Vienauer Hobby-Ornithologe.

Wie Michael Arens betonte, sind das typische Erkennungsmerkmal des Schwalbenschwanzes die verlängerten Hinterflügel, die an den Schwanz einer Rauchschwalbe erinnern. Der wanderfreudige Falter mit dem eindrucksvollen, flatternden und segelnden Flug, ist mit bis zu acht Zentimetern Flugspanne einer der größten und schönsten in Deutschland vorkommenden Tagfalter.

Allerdings, so Michael Arens, hat der Schwalbenschwanz-Schmetterling nur eine kurze Lebensdauer. Sechs Wochen lebt er als Raupe und dann noch etwa drei bis vier Wochen als Schmetterling. Insgesamt wird der Schmetterling, der in Europa, Asien und Nordamerika beheimatet ist, rund zweieinhalb Monate alt.

Dass der schwarz-gelbe Schmetterling bei Ernst Zimmerling auftauchte, liegt vielleicht auch daran, dass er Hobbygärtner ist und Gemüse anbaut. Denn die Eier werden in Bodennähe an den Blättern der Gemüsepflanzen wie unter anderem Möhren, Dill und Fenchel abgelegt, bevor daraus dann Raupen schlüpfen.

Ernst Zimmerling ist froh, dass er in seinem hohen Alter diesen seltenen Schmetterling noch auf seinem Grundstück erlebt hat. Als Erinnerung hat er ein Foto mit seinem Handy gemacht, das er mit Sicherheit nicht mehr löschen wird. „Es ist eine sehr schöne Erinnerung“, freut sich der 84-jährige Senior.