Klötze l „2018 war das beste Jahr unserer Firmengeschichte“, freute sich Jörg Ullmann, Geschäftsführer des Algenherstellers in Klötze im Gespräch mit der Volksstimme. „Das wird sich auch 2019 fortsetzen.“

Äußeres Anzeichen für den Erfolgskurs des Unternehmens, das Klötze in Fachkreisen bereits den Beinamen Algenstadt eingebracht hat, sind auch die immer zahlreicher werdenden Auszeichnungen. Die jüngste Ehrung in der Sammlung gab es kurz vor dem Jahreswechsel. „Wir gehören zu den 150 innovativsten Unternehmen der Ernährungs- und Agrarwirtschaft in Ostdeutschland und dürfen uns Leuchtturm 2019 nennen“, berichtete Jörg Ullmann. Die entsprechende Urkunde ist inzwischen bei den Algenzüchtern in Klötze eingetroffen. Initiiert hat den Wettbewerb das Unternehmer-Magazin „Wirtschaft + Markt“.

Auch wenn 2018 das beste Jahr der Firmengeschichte war, musste der Wegfall des Iran-Geschäfts kompensiert werden. Grund dafür sind die vom US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump erlassenen Wirtschaftssanktionen, die sich sogar bis nach Klötze auswirken.

Entwickelt hat sich auch ein Projekt in Kolumbien, bei dem Jörg Ullmann seit 2016 dabei ist. Dort wird die Alge Spirulina gezüchtet, um damit als Nahrungsergänzung Folgen der Mangelernährung bei den Menschen zu bekämpfen.

„Das Projekt wächst“, berichtete Jörg Ullmann. „Aus anfangs 15 Kindern, die davon profitierten, sind inzwischen 1500 Leute geworden, auch Erwachsene und ältere Menschen sind dabei.“ Aktuell gehe es nicht mehr nur um die Bekämpfung von Mangel­ernährung, sondern auch um Informationen über Hygiene, Schwangerschaftsverhütung und anderes. „Das Projekt geht immer mehr in die Breite“, sagte Jörg Ullmann. Allerdings musste er die Erfahrung machen, dass das Geldsammeln schwieriger ist als gedacht. „Die Kontakte zu Firmen haben nicht sehr gefruchtet“, bedauerte er. Doch es entwickele sich langsam. „Unser Vorteil ist, jeder Euro kommt auch dort an, wo er hin soll.“

Lebensmittel-Handel fest etabliert

Ein weiterer wirtschaftlicher Leuchtturm in Klötze ist die Knufmann GmbH für die Produktion veganer Lebensmittel und den Handel damit. Auch dieses Unternehmen konnte sich 2018 weiter am Markt etablieren und hat in diesem Jahr erneut viel vor. Inzwischen ist eine Expansion in Planung. „Aktuell bauen wir unsere Internetpräsenz um“, informierte Kirstin Knufmann. Dadurch würden das Algen-Projekt in Kolumbien und der „Lebenshoff“ von Susanne Hoff aus Tarnefiz, auf dem Tiere ein Zuhause finden, jeweils eigene Seiten bekommen. Damit sollen sich Spender direkt über den Fortgang der Projekte informieren können.