Kunrau l „Wir haben unser Pulver noch längst nicht verschossen“, betont Enrico Lehnemann von der Bürgerinitiative (BI) „Pro Erdkabel“. Zusammen mit Andi Kahle und Hannes Philipp befestigte er am Mittwochabend nahe der Kunrauer Grundschule ein Plakat. Ein solches befindet sich bereits in Siedengrieben. „Legt das Kabel in die Erde“, steht darauf geschrieben. Und genau das ist es, was die BI verlangt. Die Pläne der Avacon, eine 110-Kilovolt-Freileitung zwischen Tylsen und Kunrau zu errichten, sollen verhindert werden. Und nicht in Vergessenheit geraten. Daher will die BI regelmäßig den Weg in die Öffentlichkeit suchen, um auf ihr Anliegen, das von vielen Bürgern geteilt werde, hinzuweisen.

Unterstützung von der Politik

Die BI hält zudem daran fest, sich von der Avacon, für die es ungewohnt sei, auf Widerstand zu stoßen, nicht hinhalten lassen zu wollen. Die jüngste Mitteilung des Unternehmens, dass es derzeit aufgrund von fehlenden neuen Erkenntnissen keinen Klärungsbedarf gebe, wird von den Aktivisten als Ausweichmanöver gewertet. „Die möchten mit uns nicht kommunizieren, aber offene Fragen gibt es genug“, meint Hannes Philipp. Immerhin habe die Avacon erkannt, dass die Proteste an Schärfe zunähmen und auch von der Politik unterstützt würden. Zur Erinnerung: Sowohl der Klötzer Stadtrat, als auch der Beetzendorfer Gemeinderat und der Verbandsgemeinderat Beetzendorf-Diesdorf hatten Resolutionen verabschiedet.

Ergebnisloses Gespräch

Genau diesen Rückenwind gelte es nun zu nutzen, konstatiert Lehnemann. „Die Avacon hatte angekündigt, mit den Bürgern zu sprechen. Aber das Gegenteil ist der Fall.“ Daher soll das Unternehmen nun zusammen mit der Politik zu einer weiteren Gesprächsrunde gedrängt werden.

Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels, der, wie er sagte, am Mittwochmorgen einen ergebnislosen Besuch vom Avacon-Kommunalreferenten Andreas Forke erhalten habe, bekräftigte seine Unterstützung. „Wir werden Druck machen“, kündigte er an und versprach, dass die beabsichtigte Veranstaltung nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich stattfinden werde. „Es wird keine Kungelei geben“, stellte er klar.