Kunrau l Emsiges Treiben herrschte am Donnerstagnachmittag an der Scheune von Erich Fischbeck in Kunrau. Dort sollte ein großer Lkw mit Hilfsgütern für die Ärmsten der Armen in Rumänien mit Spenden beladen werden.

Die Männer hoben gebrauchte Fahrräder auf den Laster, Küchenmöbel, Waschmaschinen und mehr. „Kleidung, Matratzen, Krankenstühle, Kinderwagen und Lebensmittelpakete“, zählte Holger Lingstädt weiter auf. Die Spenden würden aus Kunrau kommen, aus Klötze, Gardelegen und Letzlingen.

Geld wird gebraucht

Ziel der Hilfsgüter ist der Partnerverein in Buda, Gemeinde Zvoristea. Zu den Mitarbeitern dort, die auch das Verteilen der Spenden übernehmen, haben die Altmärker Vertrauen aufgebaut. Allerdings hat sich der Schwerpunkt der Hilfe inzwischen verlagert: Die größte Not herrscht nicht mehr in und um Zvoristea, sondern in den Dörfern direkt an der Grenze zur Ukraine und zu Moldawien, berichtete Lingstädt. „In Buda geht es den Menschen schon relativ gut, vergleichbar mit der DDR in den 1960er Jahren“, sagte er. Aber in den Dörfern drum herum sei die Zeit stehen geblieben. „Dort gibt es kein Wasser, keinen Strom, keine Arbeit.“ Die Menschen würden kein Geld verdienen können, um über die Runden zu kommen. Deshalb seien Lebensmittel, Textilien und anderes nach wie vor wichtig.

Dringend gebraucht wird weiterhin Geld. Einerseits werden damit die Transporte bezahlt, andererseits kann ein Brotgeld von 60 Euro einer Familie für ein Jahr das notwendige Brot sichern. Die Hälfte der Kosten dafür übernimmt der Bäcker in der mit Spenden eingerichteten Backstube.

Der nächste Hilfstransport wird im Herbst auf die Reise geschickt. Die altmärkischen Helfer würden sich freuen, wenn bis dahin wieder Kleidung, Lebensmittelpakete, Fahrräder, Rollstühle, nicht benötigte Elektrogeräte gespendet werden können. Holger Lingstädt: „Damit leisten wir Hilfe zur Selbsthilfe.“